MÜNCHEN. Preiskämpfe zwischen Einzelhändlern und Herstellern treiben die Kosten des täglichen Lebensmitteleinkaufs in die Höhe, wie eine Studie des Münchner ifo-Instituts ergeben hat. „Schwierige Verhandlungen zwischen Herstellern und Händlern um Preise und Konditionen bei Lebensmitteln waren zuletzt eine wichtige Ursache für Lücken in den Regalen“, erläuterte ifo-Handelsexperte Patrick Höppner seine jüngsten Erkenntnisse am Dienstag.
#Einzelhändler von #Lebensmitteln bleiben am stärksten von #Lieferengpässen betroffen. Schwierige Verhandlungen zwischen Herstellern und Händlern um Preise und Konditionen bei Lebensmitteln waren zuletzt eine wichtige Ursache. #ifoUmfrage https://t.co/yVmZPd12t8 pic.twitter.com/JRuXAQyLQ6
— ifo Institut (@ifo_Institut) March 14, 2023
„Lebensmittelhersteller können Lieferstopps als Druckmittel in diesen Verhandlungen nutzen, während Händler ihrerseits von der Möglichkeit Gebrauch machen, Produkte bestimmter Hersteller zeitweilig aus dem Sortiment zu nehmen.“ Im Februar hatten demnach insgesamt 53,5 Prozent der befragten Einzelhandelsunternehmen angegeben, von Lieferengpässen betroffen zu sein. Im Januar waren es noch 57,4 Prozent.
Auch Elektrofachmärkte und Autohändler preisen Lieferprobleme ein
„Hohe Nahrungsmittelpreise beeinflussen derzeit das Einkaufsverhalten im Lebensmitteleinzelhandel stark“, betonte Höppner. Viele Menschen würden für Ihren Einkauf mittlerweile unterschiedlich Kaufhallen ansteuern, um günstige Angebote zu ergattern. Neben Lebensmitteln seien auch elektrische Haushaltsgeräte (72 Prozent der Anbieter) und Autos (69 Prozent) von den Lieferproblemen betroffen.
Auch Möbelhäuser (54 Prozent) und Baumärkte hätten mit Engpässen zu kämpfen. Bei Sportfachgeschäften schwächten sich die Schwierigkeiten hingegen wieder ab. „Für viele Sport- und Outdoorprodukte geht die bis in das Jahr 2022 pandemiebedingt starke Nachfrage wieder zurück, sodaß sich auch Lieferprobleme wieder abschwächen“, kommentierte der ifo-Wissenschaftler die Marktsituation. (fw)