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Monokulturen sind das Grundproblem

An der südbadischen Rheinschiene sorgte seit Anfang Mai ein dramatisches Bienensterben für Schlagzeilen. Viele Imker verloren die Hälfte ihrer Bestände. Der Vorsitzende des badischen Imkerverbandes, Ekkehard Hülsmann, nannte bald die wahrscheinliche Ursache: erstmals eingesetzte Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Clothianidin bei der Aussaat von Mais. Denn dort, wo sich Bienenvölker in der Nähe von konventionell angebautem Mais befanden, hatte sich das Bienensterben bei weitem am stärksten bemerkbar gemacht. Vergleichbare Erfahrungen gibt es aus Italien. Die Indizien waren eindeutig. Wie das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium mitteilte, seien bei ersten Untersuchungen von toten Bienen auch Rückstände des Insektizids gefunden worden, das im Oberrheintal erstmals gegen den Maiswurzelbohrer eingesetzt wurde.

Allerdings seien die Mengen so gering, daß die Wissenschaftler keinen klaren Zusammenhang zwischen der Aussaat des behandelten Mais und dem Bienensterben herstellen wollten. Nach einem Expertentreffen wenige Tage später in Karlsruhe wurde aber dann doch das Insektengift als Ursache benannt, welches verboten werden solle. Das Bundesamt für Verbraucherschutz erklärte kurz darauf, die Zulassung für das betreffende Insektizid ruhen zu lassen. Damit werden sich die 7.000 badischen Imker, denen die Ursache längst augenfällig war, anfreunden können. Der monokulturartige Anbau von Mais hat das eingesetzte Mittel aber erst nötig gemacht. Dieses Grundproblem bleibt erhalten. In Regionen mit hohem Anteil ökologischer Landwirtschaft hatten die Bienen relativ wenig Probleme. Das ist letztlich eher wegweisend für die Zukunft als die Lösungen der chemischen Industrie.

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