Regenbogen-Fußgängerübergang als Zeichen für LGBTQ
Regenbogen-Fußgängerübergang als Zeichen für Vielfalt: Die EU-Kommission will die Rechte der LGBTIQ-Gemeinschaft stärken Foto: picture alliance/ZUMA Press

Rangliste
 

E.ON und Deutsche Wohnen am wenigsten LGBTQ-freundlich

BERLIN. Der Energiekonzern E.ON, die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen und der Industriekonzern Linde sind die am wenigsten LGBTQ-freundlichen Dax-Unternehmen. Sie erreichten auf dem am Dienstag veröffentlichten „Diversity Index“ der Uhlalala Group höchstens 5,3 Prozent der maximalen Punktzahl. Die Rangliste zeige, wie stark sich deutsche Großkonzerne für eine „diverse“ Unternehmenskultur einsetzen und sich offen gegenüber Mitarbeitern verhielten, die homo- oder bisexuell sind oder ihr Geschlecht nicht akzeptieren.

Die drei Unternehmen beantworteten dem Index zufolge einen entsprechenden Befragungsbogen nicht. Deshalb habe sich die Uhlalala Group, die sich als „eines der führenden LGBT+-Sozialunternehmen bezeichnet“, an öffentlich zugänglichen Informationen orientiert. Der LGBT-freundlichste Dax-Konzern sei SAP (96,1 Prozent), gefolgt von der Deutschen Bank (77,6 Prozent) und Siemens (75 Prozent).

„Haben noch einen sehr langen Weg vor uns“

„Daß über die Hälfte der Unternehmen 50 Prozent der Punkte erreicht hat, zeigt, daß LGBT+ Diversity mittlerweile auf der Agenda der Arbeitgeber angekommen ist“, sagte der Initiator des Index, Stuart Bruce Cameron. „Daß aber wiederum nur fünf Unternehmen über 70 Prozent erreicht haben, zeigt auch, daß wir noch einen sehr langen Weg vor uns haben.“

Eines der Hauptaugenmerke des Index liegt auf dem Umgang mit LGBT-Diskriminierung am Arbeitsplatz. Bis auf HeidelbergCement und den Immobilienkonzern Vonovia hätten alle 24 Unternehmen, die an der Befragung teilgenommen hatten, den „Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität“ in ihren internen Verhaltenskodizes verankert.

LGBTQ-Bewegung auf dem Vormarsch

Die LGBTQ-Bewegung (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Queer) hatte in den vergangenen Jahren Einluß in immer mehr Lebensbereiche genommen. Sie lehnt die traditionelle Familie und Ehe ab. Vor kurzem sorgte die Verabschiedung einer transsexuellen Kommandeurin der Bundeswehr für Aufsehen, weil die Kameraden einen Einsatzwagen zu einem Einhorn mit buntem Schweif umgebaut hatten. Das Einhorn gilt als Symbol der LGBTQ-Bewegung.

Der deutsche Staat fördert LGBTQ-Projekte auch weltweit. Dafür hatten die Regierungen in den vergangenen zehn Jahren mehr als fünf Millionen Euro bereitgestellt, wie eine AfD-Anfrage im vergangenen Jahr ergab. Gefördert wurden unter anderem mehrere Homosexuellenumzüge („Pride-Paraden“), zum Beispiel in Lettland, Serbien und Spanien, aber auch ein Projekt in Nicaragua für „gendersensible Männerarbeit“ und eines in Kolumbien für „Gendergerechtigkeit im Kontext des Friedensprozesses“. (ls)

Regenbogen-Fußgängerübergang als Zeichen für Vielfalt: Die EU-Kommission will die Rechte der LGBTIQ-Gemeinschaft stärken Foto: picture alliance/ZUMA Press
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