Sanktionen

Nach US-Drohung: VW zieht sich aus dem Iran zurück

HANNOVER. Der deutsche Autobauer Volkswagen hat seinen Rückzug aus dem Iran angekündigt. Damit reagiert der Konzern auf Sanktionsdrohungen der US-Regierung gegen Firmen, die mit dem Land weiterhin Geschäfte machen. Präsident Donald Trump hatte Teheran nach Aufkündigung des Atomdeals im Mai mit Sanktionen belegt und europäische Firmen ermahnt, keine Geschäfte mehr mit Teheran zu machen.

„Volkswagen hat uns versichert, daß sie sich an die Iran-Sanktionen halten werden“, sagte der amerikanische Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, dem Sender Bloomberg. Er schränkte ein, daß es „humanitäre Ausnahmen“ für Volkswagen geben werde, teilweise im Iran aktiv zu bleiben.

US-Regierung erfreut über Entscheidung von VW

Grenell teilte mit, die US-Regierung sei „sehr erfreut“ über die Entscheidung. Der Iran lenke seine wirtschaftlichen Ressourcen weg von den Menschen, um in Gewalt und Instabilität in der Region zu investieren.

Beobachter sehen in der Entscheidung des weltgrößten Autobauers einen Dämpfer für Bestrebungen der Europäischen Union, das Nuklearabkommen auch ohne die USA aufrecht zu erhalten und europäische Firmen zum Verbleib in dem Land zu ermuntern. Nach der zwischenzeitlichen Aufhebung der Iran-Sanktionen hatte Volkswagen im Juni 2017 angekündigt, zum ersten Mal nach 17 Jahren wieder Autos im Iran zu verkaufen.

Trump hatte Unternehmen gewarnt, sie müßten sich entscheiden, entweder im Iran zu investieren oder auf dem US-Markt. Am 4. November treten zusätzlich US-Sanktionen für den iranischen Energiesektor in Kraft. Bis dahin sollen europäische Länder nach dem Willen Trumps auch alle Rohölimporte aus dem Land einstellen. (tb)

VW-Werk im niedersächsischen Wolfsburg Foto: picture alliance/imageBROKER

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