Grenzkontrolle (Archiv): Masseneinwanderung ist teurer Foto: dpa
Schätzung

Ifo-Institut: „Grenzkontrollen billiger als Massenzuwanderung“

MÜNCHEN. Das Ifo-Institut hat die Wirtschaftseinbußen für eine mögliche Schließung der europäischen Binnengrenzen auf fünf Milliarden Euro geschätzt. Das Wirtschaftsinstitut errechnet damit deutlich niedrigere Zahlen als beispielsweise französische Experten, die von 100 Milliarden Euro Schaden im Jahr ausgehen. Die Zahlen der anderen Häuser seien „deutlich übertrieben“, heißt es in der Studie, die der Welt vorliegt.

„Die ökonomischen Konsequenzen einer Wiedereinführung von Personenkontrollen an den Binnengrenzen im Schengen-Raum sind überschaubar“, schrieben die Wissenschaftler aus München. Dauerhafte Grenzkontrollen an Europas Binnengrenzen würden Deutschland jährlich maximal bis zu 15 Milliarden Euro kosten. Realistisch seien jedoch Belastungen von zwei bis fünf Milliarden im Jahr. Dies sei ein Bruchteil der Kosten, die „durch fortgeführte ungeregelte Massenzuwanderung“ entstünden. Der finanzielle Aufwand für die Aufnahme und Versorgung der Einwanderer war zuletzt auf 20 Milliarden Euro im Jahr geschätzt worden.

„Unsere Zahlen sind viel niedriger als bei Berechnungen von Prognos, weil dort Kontrollen im gesamten Schengen-Raum und übertrieben hohe Zusatzkosten für die Transport-Unternehmen angenommen wurden“, sagte der Direktor des Ifo-Zenters für internationale Wirtschaft, Gabriel Felbermayr. „Die vier Freiheiten der EU – Freiheit des Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalverkehrs sowie Arbeitnehmerfreizügigkeit – werden nicht eingeschränkt“, schrieben die Ifo-Forscher in ihrer Studie. (mv)

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