Evangelos Venizelos: Bundesregierung denkt über neue Griechen-Hilfe nach Foto: picture alliance/landov
Euro-Krise

Griechische Regierung droht deutschen Steuerzahlern

ATHEN. Der griechische Außenminister Evangelos Venizelos hat Deutschland vorgeworfen, sich nicht stark genug für die EU einzusetzen. „Es ist für einen deutschen Bürger und Politiker nicht einfach, europäische Vielfalt und das Recht auf einen anderen Lösungsansatz zu akzeptieren“, sagte der sozialistische Politiker der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Sollte die Debatte um einen Austritt Griechenlands nicht aufhören, warnte Venizelos vor einem völligen Verlust der an Griechenland geliehenen Gelder. „Scheidet Griechenland aus der Eurozone aus, könnte das sehr wohl zu einer Bedrohung für den deutschen Steuerzahler werden“, betonte der Politiker, dessen Privatvermögen mehr als 2,5 Millionen Euro beträgt. Bisher seien die Deutschen noch nicht belastet worden.

Deutschland soll sich zurückhalten

Der Chef der griechischen Sozialisten forderte, die sogenannte Troika aus Europäischer Zentralbank, EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds unter Aufsicht des Europaparlaments zu stellen. Auf die Frage, ob Deutschland damit nicht die Kontrolle über seine Gelder verliere, antwortete Venizelos: „Es gibt nun einmal eine klare Aufteilung in Geber und Nehmer in der EU.“ Konkret brachte er längere Zahlungsfristen bei Krediten und eine Senkung der Zinssätze für die griechischen Schulden ins Gespräch.

Unterdessen denkt die Große Koalition über weitere Finanzhilfen für die Regierung in Athen nach. Der haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte: „Griechenland kann 2014 nicht an den Kapitalmarkt zurückkehren. Ich würde die Anleihe jedenfalls nicht kaufen, weil die Schuldenlast einfach zu hoch ist.“ (ho)

Evangelos Venizelos: Bundesregierung denkt über neue Griechen-Hilfe nach Foto: picture alliance/landov

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