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Enteignung von Bankkunden
 

Wirtschaftsweiser kritisiert Zypern-Rettung

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Peter Bofinger: Kritik an Zypern-Rettung Foto: uni-wuerzburg.de

BERLIN. Der Wirtschaftsexperte Peter Bofinger hat das Rettungspaket für Zypern scharf kritisiert. „Die Signalwirkung für den Rest des Euro-Raums ist fatal. Das ist quasi ein Aufruf an die Anleger, ihr Geld abzuziehen, sobald sich auch nur die geringsten Probleme bei ihrer Bank zeigen“, sagte er der Passauer Neuen Presse.

Hintergrund ist die angekündigte Teilenteignung von Kunden zypriotischer Banken, die mehr als 100.000 Euro angelegt haben. Diese müssen offenbar mit Verlusten von bis zu 40 Prozent ihres Vermögens rechnen. Bofinger forderte, Einlagen bei Banken müßten zu Hundert Prozent sicher sein.

Zypern ist Sonderfall

Die Äußerungen von Euro-Gruppenchef Jeroen Dijsselbloem, der gesagt hatte, das Zypern-Rettungspaket sei ein Modell für künftige Hilfsmaßnahmen, nannte er „fahrlässig“. Der Wirtschaftsexperte betonte, jeder, der politische Verantwortung trage, müsse deutlich machen, daß Zypern ein Sonderfall sei. Bofinger gehört zu den fünf Ökonomen, die im Sachverständigenrat der Bundesregierung zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sitzen.

Der stellvertretende Unionsfraktionschef im Bundestag, Michael Meister (CSU), warnte, das Modell Zypern lasse sich nicht „eins zu eins auf ganz Europa übertragen“. Zypern sei ein Spezialfall. Dort gehe es nicht um die Schieflage einer Bank sondern um einen überdimensionierten Finanzsektor. (ho)

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