Wasser braucht mehr als nur Klimaschutz

Die Weltwasserwoche in Stockholm hat ein sich vor allem in Afrika verschärfendes Konfliktpotential thematisiert: den Kampf ums Wasser. Hauptursache dafür sind das starke Bevölkerungswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten bei Nahrungsmitteln. Steigender Wohlstand verbunden mit höherem Fleischkonsum der asiatischen Länder „führt einfach dazu, daß manche Länder tatsächlich zu einem Wasserdefizit gelangen“, so Manfred Matz vom Stockholm International Water Institute, also „mehr Wasserressourcen verbrauchen, als natürlich nachfließen“ und „eine physische Wassernot erleiden“. Ergo wird neben Reichtümern an fossilen und mineralischen Vorkommen „fruchtbares Land mit Zugang zu Wasser ein strategisches Gut“, warnte Lennart Bage, Chef des UN-Fonds für ländliche Entwicklung, in der Financial Times Deutschland. Für geopolitischen Sprengstoff sorgt nicht nur das anhaltend hohe Preisniveau für Lebensmittel, sondern auch die Furcht vor einer Verknappung der Güter. Bis 2050 müssen weltweit zweimal mehr Nahrungsmittel produziert werden, um eine Weltbevölkerung zu ernähren, die bis dahin um die Hälfte wachsen wird. Da werden auch Exporteure wie Indien, Argentinien oder Vietnam zu unsicheren Lieferanten. Wassermanagement wird vor diesem Hintergrund für die Selbstversorgung von Staaten immer wichtiger. Dafür ist vielfach auch eine Optimierung politischer Rahmenbedingungen in Ländern Afrikas und Asiens notwendig. Hier ist mehr westliche Unterstützung gefragt — im ureigenen Interesse. Die Bemühungen um eine Abschwächung des Klimawandels allein werden sicher nicht ausreichen, sollten sie auch einige Zehntel Grad weniger Erderwärmung bringen.

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