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Hohe Agrarpreise haben auch ihr Gutes

Der internationale Preisanstieg für Getreide und Ölsaaten sorgt für öffentliche Aufregung. Als Schuldige dafür hat Bundesminister Horst Seehofer wie gewohnt andere als die Politiker ausgeguckt. Er prangert die Nahrungs- und Futtermittelindustrie, die Handelsketten und die Akteure an den Finanzmärkten („Spekulanten“) an. Denen sei in die Parade zu fahren, ihnen gehe es doch vor allem um Gewinnmaximierung und nicht um die Versorgung der Menschen. Wie wahr oder unwahr das auch immer sein mag: Worum geht es denn eigentlich dem CSU-Populisten? Mag Seehofer auch noch so oft die „Versorgung der Menschen“ im Munde führen, ihm geht es vor allem um Wählerstimmenmaximierung. Das ist, wenn er dann (wie meist) eine miserable Politik betreibt, für die Menschen sogar gefährlich und damit ganz anders zu bewerten als die marktwirtschaftlich legitime Gewinnmaximierung. In die Parade zu fahren ist also vielmehr Politikern wie Seehofer. Immerhin hat der Minister auch Richtiges kundgetan: In der EU seien wegen lange zu hoher Überschüsse 3,8 Millionen Hektar aus der Produktion genommen worden; diese Flächen müßten möglichst rasch wieder genutzt werden. Das geschieht sogar schon. Seehofer scheint einen diesbezüglichen Beschluß der EU-Agrarminister vom Herbst 2007 vergessen zu haben, denn die hohen Preise sind nicht plötzlich vom Himmel gefallen. Sie haben sich lange angekündigt, und ihre vielen Ursachen sind ebenso lange bekannt. Wenn Preise steigen, pflegen die Anbieter (Erzeuger und Handel) zu reagieren. Hohe Preisen signalisieren Knappheit und sind notwendig, um diese zu überwinden oder zu mildern. Hohe Preise haben also ihr Gutes. Sie aufgeregt zu beschimpfen, ist dreist und töricht zugleich.

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