Joachim Kuhs

 

Klimawandel droht auch in Österreich

In Österreich erhöhte sich im 20. Jahrhundert die Jahresdurchschnittstemperatur um 1,8 Grad – das war fast dreimal intensiver als auf der gesamten nördlichen Welthalbkugel. Drei der vier extremsten Sommer der letzten 200 Jahre gab es innerhalb der vergangenen 15 Jahre. Was dieser Trend für die Natur in der Alpenrepublik bedeutet, untersuchte die Universität für Bodenkultur Wien. Die Summe der Niederschläge werde mit dem Klimawandel zwar gleich bleiben, aber es werde zu trockeneren Sommern und zu deutlich nasseren Wintern kommen. Durch zunehmenden Trockenstreß und vermehrte Insektenschäden werden manche Baumarten wie Buchen, Eichen, Kiefern in höheren Lagen keine ausreichenden Lebensräume finden. Die Schutzfunktion der Bergwälder gegen Naturgefahren werde abnehmen. Eine Anpassung der Baumbestände in ihrer Artauswahl könnte dem teilweise begegnen. Die Erwärmung der Gewässer schade einigen Arten wie der Bachforelle. Anderen Wassertieren werde dies aber auch nützen, nicht jedoch die Trockenheit in den Sommermonaten. 223 Pflanzen- und 668 Tierarten der Flußlebensräume stehen in Österreich heute schon auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Die Klima­erwärmung, aber auch der steigende Bedarf an klimafreundlichem Strom aus Wasserkraft könnten den Druck auf die Artenvielfalt weiter verstärken. Österreich wird sich auf den Klimawandel einstellen müssen, weil sie ihn auch im Verein mit der EU nicht verhindern kann. Denn die Weltwirtschaft soll nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IAE) zwischen 2007 und 2012 um jährlich fast fünf Prozent wachsen – und damit auch der Verbrauch fossiler Energieträger in dieser Größenordnung.

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