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Viel Chemie im EU-Blut

Was den Menschen nicht unmittelbar in seinem Alltag betrifft, davon mag er zwar Notiz nehmen, aber nur in den seltensten Fällen beeinflußt es seine Handlungen. Jeder weiß beispielsweise, daß Eisbären, Delphine, Greifvögel und andere Lebewesen selbst in den abgelegensten Gebieten der Erde von Chemikalien versucht werden. Aber diese Tiere sind nicht unsere Nachbarn, und deshalb ist es uns schnuppe, was mit ihnen geschieht. Die Umweltstiftung WWF überlegte sich daher eine spektakuläre Aktion, um die tägliche Verseuchung zu veranschaulichen. Die Umweltschützer baten mehrere Minister der EU zum Bluttest, und 14 von ihnen ließen sich tatsächlich anzapfen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Im Ministerblut fanden sich etwa Spuren von Pestiziden und Substanzen, die in Feuerlöschern, Möbelschaumstoffen, Putzmitteln, Kosmetika oder auch in Plastikspielzeug für Kinder vorkommen. Dazu gehörten auch polychlorierte Biphenyle (PCB), die als krebserregend gelten. Auch das längst verbotene Pflanzenschutzmittels DDT (Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan) fand sich in den Brüsseler Lebenssäften. Die Aktion sollte nicht nur ein Werbegag sein. Mit der Studie will der WWF Pläne der EU zur Verschärfung der 20 Jahre alten Richtlinien für Chemikalien drastisch untermauern. Zukünftig sollen die Hersteller für die Sicherheitsüberprüfung ihrer chemischen Produkte verantwortlich sein und nicht mehr die jeweiligen Regierungen. Dazu soll eine Datenbank angelegt werden, ferner soll eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für potentiell schädliche Substanzen eingeführt werden. Die Industrie meint, diese Schutzmaßnahmen seien viel zu teuer – und droht mit Abwanderung nach außerhalb der EU.

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