Die Macht der Verbraucher

Seit den neunziger Jahren kämpfen Verbraucherschüt-zer gegen den Genpflanzenanbau durch die Firma Monsanto. Die ÖDP etwa druckte Zigtausende von Protestkarten. Letzten Monat erklärte Monsanto, kein „Genfood“ in die EU zu liefern. Wurden die Protestkarten gelesen? Wohl kaum, aber eine Mehrheit der EU-Verbraucher will auf genmanipuliertes Essen verzichten. Da man den Kunden das Geld nicht gegen deren Willen aus der Tasche ziehen kann, ist der Schritt von Monsanto betriebswirtschaftlich nachvollziehbar. Ob andere Firmen auch eine Kursänderung vornehmen oder die Marktlücke schließen wollen, bleibt abzuwarten. Die Macht der Verbraucher wird aber eindrücklich bestätigt: Ohne Nachfrage kein Angebot. Die Genmanipulation von Pflanzen sollte die Resistenz gegen Herbizid erhöhen und damit den höheren Austrag dieser toxischen Stoffe ermöglichen. Da hört, Verbraucherschutz hin oder her, bei einigen Kritikern ohnehin der Spaß auf. Öko-Aktivisten verwüsteten auch schon einmal das eine oder andere Versuchsfeld. Eine unterstützenswerte Methode ist das sicher nicht. Aber der Kampf gegen den „Genfraß“ geht weiter, auch wenn manche versprechen, damit die Welt retten zu können, weil doch die Erträge gesteigert werden können. Wenn das so wäre, müßte man dann doch in den sauren Apfel beißen – pardon: in den genmanipulierten. Die Chemieindustrie freut sich schon auf gesteigerte Umsätze. Doch zu früh gefreut. Die Logik überzeugt Verbraucher nicht. Die Umwelt durch mehr Herbizide schädigen, damit alle mehr zu essen haben? So etwas können sich nur Ideologen ausdenken. Weiterhin guten Appetit mit Monsanto und viel Spaß bei der Politik mit dem Einkaufswagen!

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