Markus Krall Freiheit oder Untergang

 

Das Ende der heilen Pferdewelt droht

Pferde sind hierzulande wieder populär, und das Geschäft mit den Vierbeinern wächst. Über eine Million Pferde schwingen die Hufe und über 1,7 Millionen Zweibeiner sich auf deren Rücken. Und für das Glück der Erde greifen diese tief in die Tasche. Gut drei Milliarden Euro gehen jährlich für Sättel oder Gerten über deutsche Ladentheken, etwa 300.000 Menschen verdienen sich dadurch ihr tägliches Brot. Doch mit der Erhöhung der Umsatzbesteuerung für pensionspferdehaltende Betriebe auf 16 Prozent werden deren Einnahmen nun merklich schrumpfen. Ein Betriebsleiter wird durchaus mit mehr als dem Doppelten an Steuern das Staatssäckel füllen. Man muß kein Schwarzseher sein, um in Zeiten leerer Staatskassen eine "Angleichung" des Steuerwesens auf noch unberührte Quellen wie etwa den Zuchtpferdesektor zu wittern.

Die Agrarreform verspricht zwar Gutes, läßt aber Böses ahnen. Gleich dem Motto "Wer zahlt, schafft an" ist zu vermuten, daß die künftigen Fördergeldempfänger im Zuge der Brüsseler Cross-Compliance-Umweltauflagen mehr oder weniger an die Kandare genommen werden. Ebenfalls aus der EU-Hauptstadt kommen Ambitionen, das Tierzuchtgesetz zu liberalisieren. Ein jetzt aus Berlin vorgelegter Entwurf über die Neuregelung der künstlichen Besamung soll – so der Tenor – der Wettbewerbsfreiheit dienen. De facto handelt es sich hierbei nur um einen Demutsbeweis in dem gegen Deutschland gerichteten Vertragsverletzungsverfahren. Und es ist eine Frage der Zeit, bis es unserer Gesetzgebung ans Eingemachte geht. Sicher ist, daß sich das bislang bewährte Wesen der Tierzucht – unter ständigem Rückzug des staatlichen Diktats – ändern wird. Ob zum Guten, wird sich noch weisen.

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