Traum vom neuen Menschen

Die gute Nachricht vorweg: Krankenhäuser sehen angeblich einem deutschen Geburtenanstieg entgegen. „Genaue Zahlen haben wir natürlich erst in ein paar Monaten. Aber unsere Geburtsvorbereitungskurse sind übervoll“, sagte der Leiter der Kasseler Geburtsklinik Dr. Koch, Rolf Kliche, gegenüber dpa. Der Mediziner weiter: „Die Einstellung des eigenen Körpers und die Rolle der Hormone werden oft unterschätzt. Wer eine positive Grundstimmung hat, wird auch einfacher schwanger.“ Damit bestätigt sich eine alte These von Ökonomen, daß Wirtschaft zur Hälfte Psychologie sei – nicht anders ist dies für die Gesellschaft insgesamt. Der Geburtenrückgang hat also auch etwas mit dem gesellschaftlichen Gesamtklima zu tun. Wenn sich nach einer aktuellen Allensbach-Studie derzeit über zwei Drittel der Deutschen als tendenziell glücklich einstufen, dann sicher nicht wegen der von der CDU-Kanzlerin Merkel ungebremst verlängerten rot-grünen „Gender“- und Gleichmachungspolitik. Man muß nur den frenetischen Beifall registrieren, mit dem Ursula von der Leyens feministische Familienpolitik von links begrüßt wird, wie entzückt das Gros der Journalisten (bekanntlich im Zweifel zu 90 Prozent links) über die Sozialdemokratisierung der Union ist. Kostprobe: „Wir Bürger sollten froh darüber sein, daß in der CDU immer weniger die Merz und Schönbohms, sondern immer mehr die Pflügers und von der Leyens das Sagen bekommen. Denn das trägt dazu bei, unser Land lebens- und zukunftstüchtiger zu machen“ (Holger Schmale in der Berliner Zeitung). Schönbohm hat im aktuellen Spiegel nämlich erklärt, von der Leyen stehe „für eine Politik, die den Menschen vorschreiben will, was sie zu tun haben“. Das 2006 unter der Ägide von Kanzlerin Merkel beschlossene „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ (AGG) hat genau diese ideologische Gängelung freier Bürger im Sinn. Das AGG ist eine perverse Ausgeburt eines regulierungswahnsinnigen Staates, der glaubt, durch eine Inflationierung von Gesetzen, Vorschriften, Kontrollen, Auflagen aus freien Bürgern den neuen „gerechten“ Menschen zu schaffen. Ein ständig wachsendes Heer von Beamten und „Beauftragten“ ist damit befaßt, hinter dem einzelnen herzuschnüffeln, um ihn durch ständig perfektioniertes „Monitoring“, das von sanftem Druck bis zu gesellschaftlicher Ächtung reicht, zu politisch korrektem Verhalten zu „ermuntern“. Dies Ganze ist eine Politik des „social engineering“, mit der eine Gesellschaft sich von „rückständigen Werten“ verabschieden soll. Der amerikanische Soziologe Walter Lippmann prägte den Begriff der „Stereotype“, der bei diesem Vorhaben dienlich sein kann als „Verkehrsmittel der öffentlichen Meinung“ (Noelle-Neumann), um eine renitente Mehrheit in der Defensive zu halten. Deshalb wird auch den Konservativen gebetsmühlenartig der Begriff „vermufft“ (aktueller Spiegel) angehängt, während eine ideologische Gesellschaftsverändererin wie Ursula von der Leyen als „modern“ bejubelt wird, die jetzt erklärte, in bezug auf die Rolle von Mann und Frau „jahrhundertealte Stereotypen aufknacken“ zu wollen. Wenn etwas jedoch „vermufft“ ist, dann das derzeitig laufende Programm einer Gehirnwäsche, mit der die sozialistische Utopie im Gewand von „Gleichstellungsgesetzen“ verwirklicht werden soll.

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