Frühjahrsputz bei einer Zeitung

Die JUNGE FREIHEIT trägt ihren Schriftzug seit 1990. Damals war sie noch eine Zweimonatszeitung und erschien in Freiburg. Nach Umzug der Redaktion nach Berlin und dem Start als Wochenzeitung im Januar 1994 blieb es bei diesem unveränderten Signet. Bis zum Frühjahr 2000 wurde die JF im „Berliner Format“ gedruckt, einem gängigen, kleineren Zeitungsformat, in dem die meisten deutschen Regionalzeitungen oder z. B. die taz erscheinen. Am 7. April 2000 erfolgte die Umstellung auf das jetzige etwa doppelt so große „Nordische Format“, in dem die meisten überregionalen Blätter (FAZ, Süddeutsche Zeitung, Welt, Zeit) erscheinen. Für die Umstellung waren damals Kostenargumente maßgeblich. Unsere Druckerei hatte uns ein günstigeres Angebot gemacht, wenn wir im „Nordischen Format“ drucken. Daraufhin änderten wir letztmalig Umbruch und Erscheinungsbild. Manchen Lesern hatte das größere Format zu schaffen gemacht. Das kleinere Format ließ sich besser archivieren und kopieren. Unter beengten Verhältnissen (in der U-Bahn und anderswo) läßt sich eine kleine Zeitung besser umblättern. Manche Überregionalen experimentieren, einem Trend aus Großbritannien folgend, mit sogenannten „Tabloid“-Formaten, das heißt mit Zeitungsausgaben, die parallel zur großen Ausgabe im kleinen Format erscheinen. Unterm Strich haben sich das im Jahr 2000 geänderte Format und der neue Umbruch bewährt. Die jüngste Leserumfrage (siehe auch Seite 12) hat ergeben, daß unsere Leser das jetzige Äußere schätzen. Nach fünf Jahren, in denen die JF unverändert gedruckt wurde, haben wir jetzt kleinste Korrekturen vorgenommen. Die gewichtigste und augenfälligste zuerst: Die JF hat nun erstmals ein Symbol zum Schriftzug erhalten. Zwischen „Junge“ und „Freiheit“ ist – von einer Grafikerin entworfen – die Quadriga des Brandenburger Tores gerückt, überwölbt von der modernen Kuppel des Reichstagsgebäudes. Dieses Symbol verdeutlicht einmal die Lokalisierung der JUNGEN FREIHEIT an ihrem Verlagssitz Berlin. Weiterhin drückt die Quadriga des Brandenburger Tores, das zu dem Nationalsymbol der Deutschen – besonders durch Teilung und Wiedervereinigung – wurde, die Kraft nationaler Tradition aus, der sich diese Zeitung verbunden sieht. Die dahinter liegende Kuppel des Reichstages in seiner modernen Rekonstruktion steht für die Kontrolle von Legislative und Exekutive durch eine unabhängige Presse und kritischen Journalismus, dem sich die JUNGE FREIHEIT verpflichtet fühlt. Ansonsten finden Sie lediglich kleinere Retuschen am bewährten Umbruch: Auf der Titelseite haben wir die linke Ankündigungsspalte entfernt, dafür die Spalte „Inhalt“ mit komprimierteren Ankündigungen versehen. Der gewonnene Platz ermöglicht auf dem Titel nun ein größeres Bild. Auf der Meinungsseite erscheinen künftig die „Zitate“ (früher auf der Leserforum-Seite). Die Glosse „Lockerungsübungen“ wurde auf die dritte Kulturseite verlegt. Eine größere Überarbeitung hat die „Letzte Seite“ erfahren, der u. a. der „Comic“ zum Opfer fiel. Wir sind auf Ihre Kritik gespannt.

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