BERLIN. Die Hilfe der Berliner Landesregierung für Bürger, die aktuell vom Stromausfall im Südwesten der Hauptstadt betroffen sind (JF berichtete), läuft deutlich schleppender als geplant. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) hatte auf ihrem Facebook-Profil am Wochenende angekündigt, daß mehrere Berliner Hotels ab 70 Euro pro Nacht ein Doppelzimmer mit Frühstück mit dem Rabattcode „Stromausfall“ für Betroffene anbieten werden. Jedoch bot kein einziges der gelisteten Hotels diesen Rabattcode auf seiner Webseite an, wie der Journalist und YouTuber Boris von Morgenstern am Montag nach zahlreichen Tests berichtete.
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Von Morgenstern nennt unter anderem das Hilton-Hotel als Beispiel für eines der mehr als 100 Dienstleister, die Sonderkonditionen für Opfer des Stromausfalls anbieten. Dort kostet ein Zimmer mit Frühstück aktuell 192 Euro, allerdings gibt es keine Möglichkeit, bei der Buchung mit dem Code „Stromausfall“ einen Rabatt zu erhalten. Andere Hotels, die ebenfalls von der Stadt Berlin auf deren Webseite als Teilnehmer der Aktion ausgewiesen werden, hatten teilweise falsche Telefonnummern oder uneinheitliche Preise.
Berlin entschädigt die Hotels nicht
Auch erhebt von Morgenstein Vorwürfe gegen Giffey. Die Wirtschaftssenatorin hatte versprochen, das Land Berlin werde „in all diesen Fällen auf die Erhebung der City Tax“ verzichten. Diese beträgt 7,5 Prozent des Nettoentgelts für eine Übernachtung – ohne Nebenkosten, wie beispielsweise Frühstück. Ein Berliner Hotel erhob diese Zusatzsteuer jedoch weiterhin, wie das Video von Morgensterns zeigt. Zudem ging die Hilfsaktion von den Berliner Hotels selbst aus, die Stadt entschädigt die Unternehmer dafür nicht finanziell.
Am frühen Samstag morgen hatte ein großflächiger Stromausfall Teile des Südwestens der Hauptstadt lahmgelegt, mehr als 30.000 Haushalte haben noch immer keinen Strom. Ursache ist nach Angaben des Betreibers der Brand einer Kabelbrücke am Teltowkanal, durch den mehrere Leitungen zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt wurden. Die linksextreme „Vulkangruppe“ bekannte sich zu dem Anschlag, Sicherheitsbehörden schätzten das Bekennerschreiben als authentisch ein. (st)






