BERLIN. Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour (Grüne) hat einen Kurzfilm des Co-Sprechers der Grünen Jugend, Luis Bobga, gegen Markus Söder (CSU) kritisiert. Der 23jährige ließ das Bild bayerischen Ministerpräsidenten einblenden, als in der Hintergrundmusik das Wort „Hurensohn“ fiel. „Jeder sollte seinen Beitrag zum Anstand leisten“, sagte Nouripour der Bild am Sonntag (BamS). Söders eigene Attacken gegen seine Partei rechtfertigten keine „Entgleisung unter der Gürtellinie“.
Kritik kam auch von mehreren Politikern der CDU und CSU. Unionsfraktionschef im Bundestag, Jens Spahn (CDU), forderte gegenüber der BamS eine Entschuldigung von den Grünen. „Wenn Demokraten so miteinander umgehen, dann können wir der AfD gleich die Schlüssel geben.“ CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann forderte sogar den Rücktritt Bobgas. „Wer so etwas sagt, ist nicht länger tragbar.“
Bobga bezog sich auf Söders Länder-Vorschlag
Der Co-Sprecher der Grünen Jugend bat inzwischen um Entschuldigung. Es sei nie sein Ziel gewesen, Söder mit „Hurensohn“ direkt anzusprechen, betonte er in einem Beitrag auf der Plattform Instagram. „Mit meiner Kommunikation auf Social Media möchte ich junge Menschen erreichen und ihr Interesse an Politik wecken und stützen. Dazu gehört es, sich an Musik aus der Jugendkultur zu bedienen, so auch in diesem Video.“
Der am Samstag veröffentlichte Kurzfilm zeigt, wie Bobga zum Lied „Conan x Xenia“ von Haftbefehl tanzt und seine Mundbewegungen zum Liedtext anpaßt. „Daß du ein Hurensohn bist, hatten wir schon mal, wie ich dein Album finde? Naja, so lala“, heißt es darin. In den Untertiteln ersetzte der Jungpolitiker das Wort „Album“ mit Vorschlag.
Dabei bezog er sich auf Söders jüngsten Vorschlag, die Zahl der Bundesländer zu reduzieren (die JF berichtete). „Größere Einheiten sind erfolgreicher als kleine“, argumentierte der bayerische Landesvater. Es brauche „weniger Bundesländer, ganz einfach“. Welche Bundesländer er konkret zusammenlegen würde, führte er nicht aus. Sachsen-Anhalts designierter Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) widersprach der Forderung. „Es wird bei uns kein Bundesland Mitteldeutschland geben.“ (kuk)






