BERLIN. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter hat den Stromausfall im Berliner Südwesten mit möglichen russischen Sabotageakten in Verbindung gebracht. Im ZDF äußerte Kiesewetter den Verdacht, daß nicht Linksextremisten, sondern womöglich Rußland hinter dem Blackout stehen könne. Kiesewetter verwies dabei auf frühere Vorfälle und sprach von auffälligen Parallelen.
„Es gab ja auch schon vor wenigen Monaten, als auch ein Stromausfall in Berlin von derselben Gruppe geleistet wurde, den Hinweis, daß womöglich Rußland dahintersteckt“, sagte der CDU-Politiker. Der Polizeiliche Staatsschutz sowie der schwarz-rote Berliner Senat stufen das Bekennerschreiben der linksextremen „Vulkangruppe“ dagegen als authentisch ein.
Als zentrales Argument führte Kiesewetter eine angebliche Sprachanalyse des Bekennerschreibens an. Diese zeige, „daß eine Rückübersetzung ins Russische eine viel bessere sprachliche Darstellung ergibt als dieses holprige Deutsch, das man dort liest“. Die Täterschaft der Linksextremisten stellte Kiesewetter damit in Frage; „Also, der Linksextremismus kann entweder nicht richtig Deutsch oder er läßt sich vorschreiben, was er sagen soll“, erklärte er. Zugleich räumte er ein, daß die Lage noch unklar sei: „Das ist etwas, was sehr intensiver Analyse bedarf. Es ist nichts auszuschließen.“
Besonders das Bekennerschreiben der Attentäter ist für ihn ein Indiz: „Der Linksextremismus kann entweder nicht richtig deutsch oder er lässt sich… pic.twitter.com/4QJAbFLPzp
— WELT (@welt) January 5, 2026
Kiesewetter vermutet einen Test
Darüber hinaus deutete der CDU-Abgeordnete den Vorfall als möglichen Testlauf. „Berlin ist jetzt zum zweiten Mal in dieser Form im Fokus“, so Kiesewetter, der fortfuhr: „Hier wird offensichtlich etwas getestet, auch die Reaktionen.“ Gleichzeitig kritisierte er Defizite beim Schutz kritischer Infrastruktur und verwies auf entsprechende Aussagen der Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU).
Zur Untermauerung seines Rußland-Verdachts verwies Kiesewetter allgemein auf den Ukraine-Krieg. „Wir wissen, daß Rußland eine Reihe von Anschlägen, Sabotageakten ausführt“, sagte er im ZDF. Deutschland gelte aus Moskauer Sicht als legitimes Angriffsziel, „weil wir die Ukraine unterstützen“. Daraus leitete er die Forderung ab, alle Möglichkeiten offen zu halten: „Wir müssen halt alles jetzt bewerten und orientieren und dürfen da nichts ausschließen.“
In dem vom Kiesewetter angesprochenen Bekennerschreiben erklärte die „Vulkangruppe“, eine nicht öffentlich verzeichnete Kabelbrücke zwischen dem Kraftwerk Lichterfelde und dem Teltowkanal in Brand gesetzt und zusätzlich kurzgeschlossen zu haben (die JF berichtete). Die Details sprechen nach Einschätzung der Berliner Polizei für Täterwissen. Die Behörde bestätigte die Echtheit des Schreibens. Durch den Anschlag sind seit Sonnabend bei tiefem Frost zehntausende Haushalte sowie Krankenhäuser, Pflegeheime und Betriebe ohne Strom, Heizung, Internet und Telefon. (rr)







