BERLIN. Mit dem Stichtag 30. November 2025 lebten 940.401 Syrer in Deutschland, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Das sind 33.600 weniger als ein Jahr zuvor. Damals waren im Ausländerzentralregister (AZR) rund 974.000 syrische Staatsbürger gespeichert.
Allerdings ist die Zahl nicht durch Ausreisen zurückgegangen, sondern durch Einbürgerungen. Deutschland gab 2024, im aktuellsten Jahr der offiziellen Statistik, 83.150 Syrern die Staatsangehörigkeit. 2023 waren es 75.000. In diesen beiden Jahren erhielten also knapp 160.000 Migranten aus dem arabischen Land den deutschen Paß.
Nimmt man nur die Herkunft und nicht die Staatsbürgerschaft, leben heute rund 125.000 Syrer mehr in Deutschland. Mit finanzieller Unterstützung staatlicher Stellen gingen von Januar bis November 2025 lediglich 3.707 Syrer freiwillig zurück in ihr Heimatland.
Ausreisepflichtige Syrer fast alle geduldet
Eingebürgerte Migranten werden auch dann nicht mehr im AZR gespeichert, wenn sie ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit behalten und das Herkunftsland sie weiterhin als seine Staatsbürger betrachtet. Das gleiche Prinzip gilt auch bei der Kriminalitätsstatistik: Hat ein Täter neben der ausländischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit, wird er als Deutscher geführt.
2024 hatte die Bundesrepublik mit insgesamt 291.955 Einbürgerungen einen Rekord erzielt. Grund ist das neue Staatsangehörigkeitsrecht, das mehrere Bedingungen, die früher für den Erhalt des deutschen Passes galten, eliminiert hat.

Mit 512.348 Syrern verfügte mehr als die Hälfte der noch nicht eingebürgerten Menschen aus dem früheren Bürgerkriegsland über einen anerkannten Schutzstatus. Ende November lebten laut Antwort der Bundesregierung 10.253 ausreisepflichtige syrische Staatsangehörige in Deutschland. Allerdings waren sie mit Ausnahme von 884 alle geduldet. (fh)






