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Bericht über „Geheimtreffen“ in Potsdam: Recherchenetzwerk „Correctiv“ kommt vor Gericht

Bericht über „Geheimtreffen“ in Potsdam: Recherchenetzwerk „Correctiv“ kommt vor Gericht

Bericht über „Geheimtreffen“ in Potsdam: Recherchenetzwerk „Correctiv“ kommt vor Gericht

Seit den „Correctiv“-Recherchen gehen tausende Menschen gegen die AfD auf die Straße, doch die Journalisten könnten sich schon bald vor Gericht wiederfinden Montage: picture alliance/dpa | Georg Wendt/ picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
Seit den „Correctiv“-Recherchen gehen tausende Menschen gegen die AfD auf die Straße, doch die Journalisten könnten sich schon bald vor Gericht wiederfinden Montage: picture alliance/dpa | Georg Wendt/ picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
Seit den „Correctiv“-Recherchen gehen tausende Menschen gegen die AfD auf die Straße, doch die Journalisten könnten sich schon bald vor Gericht wiederfinden Montage: picture alliance/dpa | Georg Wendt/ picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
Bericht über „Geheimtreffen“ in Potsdam
 

Recherchenetzwerk „Correctiv“ kommt vor Gericht

Sie haben wochenlange Massenproteste gegen die AfD angestoßen, dabei ist noch gar nicht klar, was an ihnen dran ist – den „Correctiv“-Recherchen über ein angeblich rechtsextremes „Geheimtreffen“ in Potsdam. Nun landet das linke Aktivisten-Netzwerk vor Gericht.
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POTSDAM. Im Streit um ein angebliches Geheimtreffen Rechtsextremer in Potsdam haben sieben Teilnehmer angekündigt, vor Gericht eidesstattliche Versicherungen abzugeben, um Berichte des Recherchenetzwerks „Correctiv“ zu entkräften. „Gleich sieben Teilnehmer des Potsdam-Treffens geben eidesstattliche Versicherungen ab: Entgegen der ‚Correctiv‘-Berichterstattung sei dort nicht von der Ausweisung deutscher Staatsbürger oder einer Ausweisung nach rassistischen Kriterien gesprochen worden!“, schrieb der Kölner Presserechtler Carsten Brennecke am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter.

Brennecke vertritt einige der Teilnehmer des Treffens, die sich nun wegen Verstößen gegen das Presserecht juristisch gegen die Berichterstattung zur Wehr setzen wollen. Die zentrale Behauptung des „Correcitv“-Teams, daß in der Villa Adlon „die Ausweisung deutscher Staatsbürger oder gar eine Ausweisung nach rassistischen Kriterien geplant worden“ sei, entbehre jeder Grundlage.

„Alle von Correctiv namentlich identifizierten Teilnehmer des Treffens sind seit der Veröffentlichung des Artikels nämlich einem Spießrutenlauf mit schweren Folgen für ihr Privat- und Berufsleben ausgesetzt“, erläuterte der Rechtsanwalt am Samstag im Gespräch mit der Welt. Er habe daher vor dem Landgericht Hamburg bereits einen Antrag auf einstweilige Verfügung für einen seiner Mandaten gestellt.

„Correctiv“ verzerrt Stellungnahmen von Teilnehmern

Der Staatsrechtler Ulrich Vosgerau, der an dem Potsdam-Treffen teilgenommen hatte und nun ebenfalls rechtliche Schritte einlegt, betonte via X, „Correctiv“ könne sich „warm anziehen“. Das Recherchenetzwerk sei in den vergangenen Wochen bereits mehrmals bei seiner Darstellung der Potsdam-Affäre zurückgerudert. Er mahnte, Lügen seien vor Gericht verboten. Neben Vosgerau klagt auch die bayerische AfD-Politikerin Gerrit Huy.

„Correctiv“ habe die Zusammenkunft in Potsdam verzerrt wiedergegeben und auch die Stellungnahmen von Teilnehmern entstellt, „um die Legende des Berichts irgendwie aufrechterhalten zu können“, so der Medienanwalt Brennecke.

Fragwürdige Potsdam-Recherche befeuert Massenproteste gegen AfD

Im Januar hatte das „Correctiv“-Netzwerk über ein angebliches „Geheimtreffen“ zwischen Unternehmern, Juristen, AfD-Politikern und dem Publizisten Martin Sellner berichtet, bei dem sich die Teilnehmer unter anderem über Fragen der politischen Strategie ausgetauscht haben sollen.

„Was dort an diesem Wochenende entworfen wird, ist ein Angriff auf die Existenz von Menschen. Und es ist nicht weniger als ein Angriff gegen die Verfassung der Bundesrepublik“, kommentierten die Journalisten ihre Erkenntnisse in dem „Geheimplan gegen Deutschland“ überschriebenen Bericht. Die Recherchen zogen behördliche Ermittlungen, wochenlange Massenproteste gegen die AfD und mediale Dauerberichterstattung nach sich.

Ein unlängst im ZDF-„Morgenmagazin“ ausgestrahlter Beitrag unterstellte unterdessen, auf dem Treffen von Potsdam sei es um einen „Masterplan für Remigration“ gegangen. In dem Einladungsschreiben an die Teilnehmer taucht das Wort allerdings an keiner Stelle auf. (fw)

Seit den „Correctiv“-Recherchen gehen tausende Menschen gegen die AfD auf die Straße, doch die Journalisten könnten sich schon bald vor Gericht wiederfinden Montage: picture alliance/dpa | Georg Wendt/ picture alliance / Geisler-Fotopress | Bernd Elmenthaler/Geisler-Fotopr
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