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Aktualisiert: Giftgasanschlag geplant? „Flüchtlinge“ in NRW festgenommen

Aktualisiert: Giftgasanschlag geplant? „Flüchtlinge“ in NRW festgenommen

Aktualisiert: Giftgasanschlag geplant? „Flüchtlinge“ in NRW festgenommen

Als Flüchtling gekommen: Festnahme eines verdächtigen Iraners, der einen Giftgas-Anschlag in Deutschland vorbereitet haben soll.
Als Flüchtling gekommen: Festnahme eines verdächtigen Iraners, der einen Giftgas-Anschlag in Deutschland vorbereitet haben soll.
Festnahme eines verdächtigen Iraners, der einen Giftgas-Anschlag in Deutschland vorbereitet haben soll. Foto: picture alliance/dpa/WTVnews
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Giftgasanschlag geplant? „Flüchtlinge“ in NRW festgenommen

Zwei 2015 als „Flüchtlinge“ eingewanderte Iraner sollen einen Giftgasanschlag geplant haben. Nach einem Hinweis des FBI schreiten deutschen Ermittler spektakulär ein. Doch wo ist das Gift? Unterdessen sind neue Details zu den Verdächtigen bekannt.
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CASTROP-RAUXEL. Offenbar ist Deutschland einem islamistischen Anschlag mit den hochgiftigen Stoffen Cyanid und Rizin gerade noch einmal entgangen. Ursprünglich sei der Angriff bereits für Silvester geplant gewesen. Aus unbekannten Gründen haben die Verdächtigen, so die Ermittler, von den Plänen Abstand genommen. Doch nach der gestrigen Festnahme zweier Iraner in Castrop-Rauxel, die aufgrund eines Hinweises der US-amerikanischen Bundespolizei FBI erfolgte, fehlt bisher ein entscheidender Beweis: das Gift.

Die beiden Brüder kamen 2015 im Zuge der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland. Laut der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf sind die Asylbewerber Anhänger der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Sie sollen sich für die geplante Tat, so der Vorwurf, die Giftstoffe besorgt haben. Rizin wird in der Kriegswaffenliste unter „Biologische Waffen“ geführt. Cyanid ist ebenfalls hochgefährlich: Bereits kleinste Mengen wirken bei Menschen tödlich.

Bisher kein Giftgas gefunden

Allerdings konnten die Ermittler bei der Wohnungsdurchsuchung keine der Substanzen finden. An der Adresse habe man „keine Kontamination“ feststellen können, heißt es von der Anklagebehörde. Unklar bleibt, ob die beiden Migranten tatsächlich bereits über das Gift verfügen und dieses möglicherweise an anderer Stelle lagern.

Die Generalstaatsanwaltschaft beantwortet auch nicht die Frage, wie konkret die mutmaßlichen Anschlagspläne fortgeschritten waren und was das Ziel gewesen sein soll. Dies alles sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Dem 32jährigen iranischen Hauptmieter der Wohnung wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Inwiefern bzw. ob sein 25 Jahre alter Bruder an den möglichen Planungen für einen Giftgas-Anschlagbeteiligt ist oder nur zufällig in der Wohnung war, ist bisher nicht geklärt.

Unterdessen teilte die Dortmunder Staatsanwaltschaft mit, daß der jüngere der beiden Verdächtigen 2019 wegen versuchten Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden war. Zum Zeitpunkt der Festnahme habe er sich in einer Entziehungseinrichtung in Hagen aufgehalten. Wegen Lockerungsmaßnahmen habe er jedoch an Wochenenden teils bei Verwandten übernachten dürften, hatte das Westfalen-Blatt zuvor bereits berichtet.

Er hatte im Juli 2018 im betrunkenen Zustand einen Ast von einer Brücke auf die Autobahn geworfen und dabei eine Frau verletzt, als er ihr Auto traf. Das Landgericht Dortmund verurteilte ihn anschließend wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlichem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr.

Haftbefehl für beide Brüder

Der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte: „Wir hatten einen ernst zu nehmenden Hinweis, der die Polizei dazu veranlaßt hat, noch in der Nacht zuzugreifen.“ Dieser soll laut mehrerer Medienberichte vom US-Geheimdienst gekommen sein. Die Amerikaner warnten, so heißt es, ausdrücklich vor einer „islamistischen Gefahr“.

Am Einsatz beteiligt waren auch Feuerwehrleute und Giftspezialisten – fast alle in Schutzanzügen. Um die Einsatzkräfte im biologisch-chemischen Gefahrenfall schnell unterstützen zu können, waren auch Mitarbeiter des RKI als Berater vor Ort. Auch mehrere Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) und ein Entschärfer-Kommando seien im Einsatz gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Die Generalstaatsanwaltschaft hat Haftbefehle gegen beide Brüder beantragt, die ein Gericht bestätigte. In einem ähnlichen Fall war ein Tunesier, der 2018 in Köln ebenfalls eine Rizin-Bombe bauen und mit Giftgas viele Menschen töten wollte, zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. (fh)

Festnahme eines verdächtigen Iraners, der einen Giftgas-Anschlag in Deutschland vorbereitet haben soll. Foto: picture alliance/dpa/WTVnews
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