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Ratgeber für Kinder: „Regenbogenportal“ überarbeitet nach Shitstorm Artikel zu Pubertätsblockern

Ratgeber für Kinder: „Regenbogenportal“ überarbeitet nach Shitstorm Artikel zu Pubertätsblockern

Ratgeber für Kinder: „Regenbogenportal“ überarbeitet nach Shitstorm Artikel zu Pubertätsblockern

Zwei Kinder durchforsten an einem iPad das Internet: Beim „Regenbogenportal“ gibt es einen Ratgeber für Heranwachsende, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern
Zwei Kinder durchforsten an einem iPad das Internet: Beim „Regenbogenportal“ gibt es einen Ratgeber für Heranwachsende, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern
Zwei Kinder durchforsten an einem iPad das Internet: Beim „Regenbogenportal“ gibt es einen Ratgeber für Heranwachsende, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern Foto: picture alliance / Zoonar | Channel Partners (links) und Regenbogenportal/JF-Screenshot
Ratgeber für Kinder
 

„Regenbogenportal“ überarbeitet nach Shitstorm Artikel zu Pubertätsblockern

BERLIN. Das „Regenbogenportal“ des Bundesfamilienministeriums hat einen Beitrag überarbeitet, der sich an Kinder richtete, die Zweifel an ihrer Geschlechtsidentität haben. Zuvor hatte es heftige Kritik an dem Ratgeber des Wissensnetzwerkes gegeben, der Minderjährigen vorschlug, Pubertätsblocker zu nehmen, um so medikamentös die Geschlechtsreife zu verhindern.

In dem Beitrag hieß es: „Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? Dann kannst du Pubertätsblocker nehmen.“ Bei diesen handelt es sich um ein schweres Medikament. Es wird unter anderem für die chemische Kastration von Sexualstraftätern verwendet.

Familienministerium nimmt Portal vorerst offline

Am Mittwoch nachmittag war die Seite des „Regenbogenportals“ zunächst nicht mehr abrufbar. Später ging sie mit einem überarbeiteten Text wieder online. In der entsprechenden Passage heißt es nun: „Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät? So kannst du deinen Arzt / deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten.“

Empörung über den Beitrag hatte unter anderem die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch geäußert. Das Informationsportal sei „das Widerwärtigste“, das es seit langem gegeben habe. „Kinder werden ermuntert, sich chemisch zu kastrieren. In leichter Sprache. Direkt adressiert. Das ist ein Aufruf zu schwerer Körperverletzung. Die Familienministerin, die das verantwortet, gehört vor Gericht.“

Auch die ehemalige CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner zeigte sich entsetzt. „Das ist doch irre ­– sollte das kein Fake sein: Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertätsblocker“, schrieb sie auf Twitter. Die Journalistin Sarah Bosetti wies die Christdemokratin jedoch darauf hin, daß der Text in dieser Form mindestens seit August 2020 auf der Seite des Familienministeriums stand. Er sei folglich kein Werk der Ampel, sondern von CDU und SPD.

Sven Lehmann: Kritik ist billige Stimmungsmache

Der „Queer“-Beauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann (Grüne), konterte Klöckners Kritik hingegen mit dem Vorwurf, es handle sich um „schäbige Stimmungsmache auf Kosten von transsexuellen Kindern“. Das „Regenbogenportal“ sei eine Text-Sammlung, keine Empfehlung der Bundesregierung.


Die transsexuelle Grünen-Bundestagsabgeordnete Nyke Slawik betonte, daß Pubertätsblocker nur nach einer gesicherten Diagnose nach vielen Arztbesuchen verschrieben würden. Die Wirkung sei zudem angeblich reversibel. Wenn Kinder das Medikament absetzten, kämen sie in die Pubertät.

„Regenbogenportal“ kostete bereits mehr als 1,5 Millionen Euro

Auf der Seite des „Regenbogenportals“ gibt es indes weitere Artikel zum Thema Transsexualität. Ein Beitrag mit dem Titel „Mein trans* Kind kommt in die Pubertät“ richtet sich speziell an Eltern. Darin heißt es unter anderem: „Auch für Sie als Eltern ist es wichtig, auf sich selbst zu hören und sich selbst offen zu begegnen. So können eigene Denkmuster und Vorurteile erkannt werden. Achten Sie auch auf Ihre eigenen Grenzen und holen Sie sich bei Bedarf Hilfe.“

Das Wissensnetzwerk des Familienministeriums soll „informative Beitrage zu LSBTQ-Themen aus unterschiedlichen Lebens- und Gesellschaftsbereichen“ liefern. Hierfür gab das früher von der SPD und mittlerweile von den Grünen geführte Ressort seit 2017 über 1,5 Millionen Euro aus. (zit)

Zwei Kinder durchforsten an einem iPad das Internet: Beim „Regenbogenportal“ gibt es einen Ratgeber für Heranwachsende, die mit ihrer Geschlechtsidentität hadern Foto: picture alliance / Zoonar | Channel Partners (links) und Regenbogenportal/JF-Screenshot
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