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Politiker und Oktoberfest: Maske zu predigen, heißt nicht, sie zu tragen

Politiker und Oktoberfest: Maske zu predigen, heißt nicht, sie zu tragen

Politiker und Oktoberfest: Maske zu predigen, heißt nicht, sie zu tragen

Ohne Maske: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, links) mit Frau Karin (2.v.r.) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, dahinter) beim Faßbieranstich auf dem Münchner Oktoberfest.
Ohne Maske: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, links) mit Frau Karin (2.v.r.) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, dahinter) beim Faßbieranstich auf dem Münchner Oktoberfest.
Ohne Masken: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, links) mit Frau Karin (2.v.r.) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, dahinter). Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
Politiker und Oktoberfest
 

Maske zu predigen, heißt nicht, sie zu tragen

MÜNCHEN. Als einziges Land in Europa hat Deutschlands Politik-Elite dem Volk ein strenges Corona-Regime verordnet. Symbol für die Folgsamkeit der Menschen ist die Maske. In Bus und Bahn, in geschlossenen Räumen, in Restaurants und Arztpraxen soll sie ab 1. Oktober wieder unabdingbares Zubehör für den deutschen Demokraten sein.

Was sich aber bereits im Regierungsflieger auf dem Weg nach Kanada abzeichnete, setzt sich nun auf dem Münchner Oktoberfest fort: Maske zu predigen, heißt nicht, sie zu tragen. War es neben Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) die komplette Mainstream-Presse, die ohne Mund-Nasen-Schutz nach Nordamerika flog, so sind nun Grünen-Chefin Ricarda Lang und CSU-Chef Markus Söder die Protagonisten einer dreisten Doppelmoral.

Die 28jährige Lang hatte gerade noch die Parole ausgegeben, „überall dort, wo Menschen zusammenkommen, gerade in Innenräumen“ Maske zu tragen, „und sich selbst und andere zu schützen“. Und Söder machte Jagd auf alles, was sich vor die Tür oder auf die Rodelbahn traute oder nach Einbruch der Dunkelheit noch im Auto saß. Einen Tag vor seinem Wiesn-Besuch stimmte er im Bundesrat noch der Maskenpflicht für den Herbst zu. Im Festzelt aber genießt er seinen Aufenthalt lieber oben ohne.

Ohne Maske: Justus Frantz wird abgeführt

Für Politiker, zu denen beim Wiesn-Auftakt auch die bayerische Grünen-Vorsitzende Katharina Schulze gehörte, braucht es in einem 6000-Mann-Zelt offenbar den ganzen Abend über keinen Mund-Nasenschutz, um sich vor Corona zu schützen. Dabei hatte Schulze anklagend gefordert, alle sollten sich „solidarisch“ zeigen und Maske tragen.

Eine fünfminütige Busfahrt soll für den Bürger jedoch so gefährlich sein, daß er Maske tragen muß? Ansonsten wird er bestraft und aus dem Verkehrsmittel geworfen. Dirigent Justus Frantz ist es am Freitag erst so ergangen. Polizisten holten ihn aus dem Zug von Hamburg nach Berlin, weil er im Speisewagen (!) keine Maske trug.

Auffällig auch: Die Hauptstadt-Journalisten, die über Jahre die Aussetzung der Grundrechte rechtfertigten und sich zu Komplizen einer aus dem Ruder gelaufenen Politik machten, fühlen sich derart ebenbürtig mit den Subjekten ihrer Berichterstattung, daß sie auch für sich die Maskenpflicht einfach aussetzen. Nur aufgrund dieses bekannt gewordenen Skandals im Regierungs-Airbus werden die Flugzeuge nun vom sogenannten „Infektionsschutz“ ausgenommen.

Die Auftritte der Polit-Prominenz auf dem Oktoberfest werden jedoch ganz offenbar nichts daran ändern, daß Deutschland seine Corona-Geisterfahrt ab nächsten Monat verschärft fortsetzt. Diese dürfte nach Gutsherrenart auch nicht die Politiker, sondern nur die normalen Menschen in diesem Land betreffen.

Ohne Masken: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, links) mit Frau Karin (2.v.r.) und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD, dahinter). Foto: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
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