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Autobahnblockaden in Berlin: „Verpißt euch!“ – Weltretter treffen auf Werktätige

Autobahnblockaden in Berlin: „Verpißt euch!“ – Weltretter treffen auf Werktätige

Autobahnblockaden in Berlin: „Verpißt euch!“ – Weltretter treffen auf Werktätige

Unterstützer der Klimaschützer Initiative "Essen Retten - Leben Retten" blockieren Autobahnen in Berlin Foto: picture alliance/dpa | Paul Zinken
Unterstützer der Klimaschützer Initiative "Essen Retten - Leben Retten" blockieren Autobahnen in Berlin Foto: picture alliance/dpa | Paul Zinken
Unterstützer der Klimaschützer Initiative „Essen Retten – Leben Retten“ blockieren Autobahnen in Berlin Foto: picture alliance/dpa | Paul Zinken
Autobahnblockaden in Berlin
 

„Verpißt euch!“ – Weltretter treffen auf Werktätige

Manchmal sind es die schlichten, derben Worte, die einen scheinbar komplexen Sachverhalt auf den Punkt bringen. Der Zusammenprall des Klimaschützers mit dem Arbeitnehmer ist so ein Beispiel. Seit Tagen blockieren Mitglieder der Initiativen „Essen Retten – Leben Retten“ und „Aufstand der letzten Generation“ in Berlin immer wieder die Stadtautobahn. Damit wollen sie ihrer Forderung nach einem Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung und für eine andere Agrarpolitik zur Vermeidung von Treibhausgasen Nachdruck verleihen.

Durch Sitzblockaden und Festkleben auf der Fahrbahn sorgten sie zum Teil für stundenlange Staus. Zu spüren bekamen das vor allem Arbeitnehmer im morgendlichen Berufsverkehr. Wer weiß, wie nervig sich ein Stau auf dem Weg zur Arbeit anfühlt, kann sich vorstellen, wie die Stimmung bei den ausgebremsten Autofahrern in so einem Fall ist.

„Verpißt euch! Ich will zur Arbeit, ihr Pisser! Ick hab` schon keene Kohle wegen Corona“, machte ein Mann seinem Ärger über die Blockade mit deutlichen Worten Luft. Weitere Videos in den sozialen Medien dokumentieren ähnliche Reaktionen. Frustrierte Autofahrer, die wahlweise ihr Kind zum Arzt bringen oder in den Feierabend wollen, zeigen wenig Verständnis für die Aktion.

Klimaschützer mit Abschluß in Buddhist Studies

Die Kommentarspalten auf Twitter zeigen, daß die Sympathien der Nutzer mehrheitlich auf der Seite der geplagten Autofahrer stehen.

In dem Zusammenhang war wiederholt der wenig schmeichelhafte Vorwurf gegen die Klimaschützer zu lesen, bei ihnen handele es sich sowieso um Langzeitstudenten, die ihr Geld nicht selbst verdienten. Wenn „Essen Retten – Leben Retten“ nun allerdings Aussagen zur Motivation ihrer Unterstützer veröffentlicht, bestätigt die Gruppierung unfreiwillig selbst das gängige Klischee vom Klimaschützer mit Nischenstudienfach. Beispiel gefällig? „Miriam (29) hat gerade ihren Bachelor in Buddhist Studies abgeschlossen“ und bekennt sich zu ihren „mutigen Schritten“ auf Twitter.

Besonders ironisch mutet es angesichts der Forderungen der Klimaschützer an, daß von ihren Aktionen auch ein Lieferant für Schulessen betroffen war. „Ich habe hier Schulessen auszuliefern. Das wird jetzt schlecht“, brüllte er einer Blockiererin wütend entgegen.

Unterdessen kündigte die Initiative gegenüber dem Berliner Kurier an, die Blockaden auf weitere Städte in Deutschland ausweiten zu wollen. Demnach müssen sich Autofahrer in ganz Deutschland in den folgenden Tagen darauf einstellen, daß der Weg zur Arbeit länger dauert, wenn Studenten sich auf die Straße setzen.

Unterstützer der Klimaschützer Initiative „Essen Retten – Leben Retten“ blockieren Autobahnen in Berlin Foto: picture alliance/dpa | Paul Zinken
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