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"Tiefgreifende Krise": Katholische Kirche verzeichnet Austritte auf Rekordniveau

"Tiefgreifende Krise": Katholische Kirche verzeichnet Austritte auf Rekordniveau

"Tiefgreifende Krise": Katholische Kirche verzeichnet Austritte auf Rekordniveau

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing sieht die Katholische Kirche in einer "tiefgreifenden Krise" Foto:picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing sieht die Katholische Kirche in einer "tiefgreifenden Krise" Foto:picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing sieht die Katholische Kirche in einer „tiefgreifenden Krise“ Foto:picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
"Tiefgreifende Krise"
 

Katholische Kirche verzeichnet Austritte auf Rekordniveau

BONN. Rund 360.000 Katholiken haben im Jahr 2021 ihrer Kirche den Rücken gekehrt. Das geht aus der jährlichen Kirchenstatistik der Deutschen Bischofskonferenz und der 27 Diözesen hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. „Die Zahlen des Jahres 2021 zeigen die tiefgreifende Krise, in der wir uns als katholische Kirche in Deutschland befinden“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, mit Blick auf die Statistik. Es sei „nichts schönzureden“ und er sei – trotz der gestiegenen Zahlen der Sakramentenspendung – „zutiefst erschüttert“ über die hohe Zahl an Kirchenaustritten.

Die Katholische Kirche verzeichnete eine Steigerung der Austritte von über dreißig Prozent gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2019, als knapp 273.000 Menschen die Kirche verließen. Im Jahr 2020 war die Zahl der Kirchenaustritte aufgrund der Corona-Pandemie auf rund 221.000 gesunken, weil die zuständigen Amtsgerichte und Standesämter nur eingeschränkt geöffnet waren. Auch die Zahl der Pfarreien, Priester und Pfarrseelsorger hat sich im vergangenen Jahr deutlich reduziert.

Die aktuelle Statistik stelle für ihn einen Auftrag dar, den eingeschlagenen Weg der Kirche „mutig weiterzugehen“, betonte Bätzing. Es müsse den Leuten vermittelt werden, „was wir in unseren Pfarrgemeinden, in Verbänden und Vereinen, im Bildungsbereich und in der Caritas, in anderen Feldern wie zum Beispiel der Notfallseelsorge und mit unserem weltkirchlichen Engagement leisten“.

Gründe für Kirchenaustritte sind unterschiedlich

Die Gründe, der Kirche den Rücken zu kehren, sind vielfältig. Eine im März veröffentlichte Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland fand heraus, daß 79 Prozent der befragten ausgetretenen Katholiken die fehlende Gleichberechtigung von Frauen als Hauptfaktor nannten. 85 Prozent der seit 2018 Ausgetretenen stimmten der Aussage zu: „Ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil ich die Kirche unglaubwürdig finde.“

Nur für 37 Prozent der Katholiken war laut der Studie ein konkreter Anlaß entscheidend für ihren Austritt. Der Mißbrauchsskandal (79 Prozent) und die „Verschwendung finanzieller Mittel“ (61 Prozent) stehen hierbei an vorderster Stelle. 17 Prozent der befragten Ex-Katholiken gaben als wichtigen Grund an, die „Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts“ abzulehnen, während 63 Prozent der Befragten monierten, die Kirche sei nicht aufgeschlossen genug gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnerschaften.  Mit fast dreißig Prozent gibt es demnach auch eine beachtliche Minderheit von Katholiken, die als einen Grund für ihren Austritt angeben, daß sich die Kirche zu sehr dem Zeitgeist anbiedere.

Auch evangelische Kirche schrumpft

Rund die Hälfte der Ausgetretenen gaben an, ihnen sei die Kirche gleichgültig. Mehr als fünfzig Prozent aller Befragten behaupteten zudem, in ihrem Leben keine Religion zu brauchen.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte bereits im März ihre Jahresstatistik veröffentlicht, ebenfalls mit Rekordwerten. Im vergangenen Jahr traten demnach 280.000 Protestanten aus der Kirche aus. Die Zahl evangelischer Kirchenmitglieder sank erstmals unter die 20-Millionen-Grenze auf 19,72 Millionen. Christen bilden in Deutschland immer noch die größte Glaubensgemeinschaft. Rund die Hälfte der Bevölkerung gehört einer der beiden großen Kirchen an. (st)

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing sieht die Katholische Kirche in einer „tiefgreifenden Krise“ Foto:picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
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