Anzeige
Anzeige

Arabische Großfamilie: Anschlag auf Clan-Mitglied: Selbstjustiz für Mord-Freispruch?

Arabische Großfamilie: Anschlag auf Clan-Mitglied: Selbstjustiz für Mord-Freispruch?

Arabische Großfamilie: Anschlag auf Clan-Mitglied: Selbstjustiz für Mord-Freispruch?

Issa Rammo: Clan-Kriminalität stellt für die Polizei eine große Herausforderung dar.
Issa Rammo: Clan-Kriminalität stellt für die Polizei eine große Herausforderung dar.
Clan-Kriminalität stellt für die Polizei eine große Herausforderung dar. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Arabische Großfamilie
 

Anschlag auf Clan-Mitglied: Selbstjustiz für Mord-Freispruch?

BERLIN. Brutale Messerattacke im Fitneßstudio: In der Nacht zu Mittwoch hat ein bisher Unbekannter auf den 24jährigen Sohn von Clan-Boß Issa Remmo eingestochen. Das prominente Mitglied der arabischen Großfamilie kam mit schweren Oberkörper-Verletzungen ins Krankenhaus. Lebensgefahr besteht nicht. Der Täter ist auf der Flucht. Zwar nahmen Beamte am Mittwoch einen 38jährigen Mann fest, ließen ihn aber wieder laufen. Die Remmos werden auch verdächtigt, hinter dem Juwelenraub vom Grünen Gewölbe in Dresden zu stecken.

Brisant: Vor drei Jahren wurde das diesmalige Opfer vom Vorwurf freigesprochen, das Mitglied eines anderen Clans erschlagen zu haben. Das berichtet die BZ. Nun stellt sich die Frage: Handelt es sich bei der Attacke von gestern Nacht um einen Racheakt, sogar um Selbstjustiz?

Rückblende: 2017 gehen Männer in Neukölln vor dem Wohnhaus mit Baseballschlägern auf eine Hauptfigur des Omeirat-Clans los. Mutmaßlich ging es bei der Attacke, der der 43jährige erlag, um die Rückzahlung von Schulden. An der Hosentasche des Opfers hatten die Fahnder eine DNS-Spur des nun im Fitneßstudio angegriffenen Remmo-Sohnes sichergestellt. Die Vermutung der Staatsanwaltschaft: Der Angeklagte suchte dort einen Schuldschein.

Freispruch aus Mangel an Beweisen

Doch die Richter sprachen Remmo frei. Das Indiz reichte ihnen nicht als Beweis. Das Urteil hatte damals für Schlagzeilen gesorgt, weil der Vater des Verdächtigen, Clan-Oberhaupt Issa Remmo, noch im Gerichtssaal Drohungen gegen den Mann, der den Fall zur Anklage gebracht hatte, ausstieß: „Herr Staatsanwalt, ich kenne Sie und alle, die mit euch arbeiten!“

Beim aktuellen Fall vom Prenzlauer Berger Fitneßstudio ermittelt noch die örtliche Kripo und keine Mordkommission. Dies spricht in der Regel dafür, daß die Polizei zunächst kein Tötungsdelikt annimmt. Diese Einschätzung kann sich aber noch ändern und hängt vermutlich auch mit der Identität des Täters zusammen. Doch der konnte bisher nicht gefaßt werden. (fh)

Clan-Kriminalität stellt für die Polizei eine große Herausforderung dar. Foto: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt
Anzeige
Anzeige
Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Der nächste Beitrag