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Polizisten sichern den Tatort des Messerangriffs in Würzburg Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Michael Probst
Polizisten sichern den Tatort des Messerangriffs in Würzburg Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Michael Probst

Würzburg
 

Somalischer Messerstecher nennt Angriff „Dschihad“

WÜRZBURG. Nach der Messerattacke in Würzburg mit drei Toten und weiteren Verletzten am Freitag verdichten sich Hinweise für ein islamistisches Motiv bei dem Mörder, einem abgelehnten Asylbewerber aus Somalia. Der verhaftete Abdirahman J. A. habe nach seiner Festnahme gesagt, durch den Angriff habe er seinen „Dschihad“ verwirklicht, berichtet Spiegel Online unter Berufung auf Ermittlerkreise. Zuvor hatten Zeugen bereits gesagt, er habe während des Angriffs „Allahu Akbar“ gerufen.

Polizeipräsident Gerhart Kallert schilderte während der Pressekonferenz am Samstag nachmittag den Ablauf der Messerattacke. Demnach hatte sich der Täter in einem Kaufhaus ein Messer genommen und unvermittelt eine Verkäuferin erstochen. Der Somalier griff umstehende Personen an und tötete zwei weitere Frauen in dem Kaufhaus. In der Innenstadt gelang es Passanten, den Messerstecher in eine Gasse zu treiben, wo ihn die eintreffende Polizei mit einem Schuß in den Oberschenkel stoppen und verhaften konnte.

Die meisten Verletzten seien ebenfalls Frauen. Ob der Täter gezielt Frauen angegriffen habe, sei noch unklar.

Generalstaatsanwalt Wolfgang Gründler gab weitere Informationen über den Verhafteten bekannt. Der Afrikaner habe im Januar 2021 in der Obdachlosenunterkunft, in der er lebte, Personen mit einem Messer bedroht. Wegen psychischer Auffälligkeiten sei er zweimal kurzzeitig in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Er habe einen subsidiären Schutzstatus und halte sich legal in Deutschland auf.

Maaßen fordert konsequente Anwendung des Ausländerrechts

Bekannte des Täters sagten dem BR, der Asylbewerber sei in den vergangenen Wochen immer aggressiver geworden. Sie hätten sich gefragt, warum er noch auf freiem Fuß sei und nicht eingewiesen worden sei.

Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen (CDU) forderte vor dem Hintergrund der Tat eine konsequente Anwendung des Ausländerrechts. „Das Ausländerrecht ist Ordnungsrecht und dient dem Schutz unserer Bürger. Der Vollzug des Ausländerrechts und die Ausländerpolitik haben sich sehr weit von diesem Schutzauftrag entfernt. Die Verantwortlichen müssen die Gesetze konsequent anwenden, sonst machen sie sich mitschuldig“, schrieb er auf Twitter.

(ag)

Polizisten sichern den Tatort des Messerangriffs in Würzburg Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Michael Probst
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