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Erinnerungspolitik: Köln plant Gastarbeiterdenkmal

Erinnerungspolitik: Köln plant Gastarbeiterdenkmal

Erinnerungspolitik: Köln plant Gastarbeiterdenkmal

Der millionste Gastarbeiter kam 1964 in Köln an, nun soll ein Denkmal an sie erinnern (Archivbild) Foto: picture-alliance/ dpa | Ossinger
Der millionste Gastarbeiter kam 1964 in Köln an, nun soll ein Denkmal an sie erinnern (Archivbild) Foto: picture-alliance/ dpa | Ossinger
Der millionste Gastarbeiter kam 1964 in Köln an, nun soll ein Denkmal an sie erinnern (Archivbild) Foto: picture-alliance/ dpa | Ossinger
Erinnerungspolitik
 

Köln plant Gastarbeiterdenkmal

KÖLN. Köln soll ein Gastarbeiterdenkmal bekommen. „Wir brauchen ein Denkmal, das die Leistungen sowie den Beitrag der Gastarbeiter und Gastarbeiterinnen zum Wohlstand und beim Wiederaufbau unserer Stadt würdigt“, zitiert der Kölner Stadt-Anzeiger aus dem entsprechenden Antrag, den die Bezirksvertretung Innenstadt beschlossen hatte.

Der Wunsch nach so einem Erinnerungsort sei der Wille aller Fraktionen in der Bezirksvertretung. Dazu gehören Grüne, SPD, CDU, Linkspartei, FDP, die Satirepartei Die Partei und die Klima-Freunde.

Als möglicher Standort des Denkmals komme der Ottoplatz vor dem Bahnhof im Stadtteil Deutz in Betracht. Dort war im September 1964 der millionste Gastarbeiter angekommen. In der Rheinmetropole profitierten unter anderem die dortigen Ford-Werke von Gastarbeitern aus Südeuropa und der Türkei.

Steinmeier dankt Gastarbeitern

Ähnliche Pläne gibt es auch im niedersächsischen Lehrte und Berlin. In der Hauptstadt plädierte die Sozialdemokratin Sevim Aydin für so ein Denkmal in Kreuzberg. Im Juli beklagte sie, es werde zu wenig über die Leistung der ersten Generation der Gastarbeiter gesprochen.

In den vergangenen Monaten hatte auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wiederholt Anerkennung für die Gastarbeiter gefordert. So hatte er unter anderem anläßlich des 60. Jahrestages des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik und der Türkei im September gesagt: „Ihnen verdankt dieses Land sehr viel. Eine kluge Frau, die heute unter uns ist, sagte mir einmal: ‘Wir sind doch keine Gäste in einem Haus, das wir selbst mit gebaut haben!’ Nicht nur das deutsche Wirtschaftswunder, nein – die Entwicklung dieser deutschen Gesellschaft war und ist maßgeblich mitgetragen von Italienern, von Griechen, von Spaniern und Türken.“

Deutsche Politiker behaupten heutzutage regelmäßig, die Bundesrepublik habe in den sechziger Jahren die Gastarbeiter aus der Türkei gerufen. Tatsächlich ging die Initiative aber von den Herkunftsstaaten aus, wie der Migrationsforscher Johannes-Dieter Steinert bereits vor zehn Jahren anläßlich des 50. Jahrestages des Anwerbeabkommens im Interview mit der JUNGEN FREIHEIT erläuterte. (ag)

Der millionste Gastarbeiter kam 1964 in Köln an, nun soll ein Denkmal an sie erinnern (Archivbild) Foto: picture-alliance/ dpa | Ossinger
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