Superwahljahr
Elke Breitenbach Ehrenmord
Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linkspartei) Foto: picture alliance/dpa | Jörg Carstensen

Afghanische Frau getötet
 

Ehrenmord in Berlin: Linke Senatorin spricht von Männerproblem

BERLIN. Nach der gewaltsamen Tötung einer jungen Afghanin in Berlin hat sich Integrationssenatorin Elke Breitenbach dagegen ausgesprochen, die Tat als „Ehrenmord“ zu bezeichnen. „In Deutschland wird jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Das ist kein Ehrenmord, das ist Femizid“, sagte sie dem Tagesspiegel.

Es gehe nicht um die Herkunft der Täter, sondern um die Frage des Geschlechts. „Und ich habe leider keine Idee, wie man Männer besser integrieren kann“, ergänzte die Linken-Politikerin.

Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt hatten am Freitag bekanntgegeben, daß zwei 22 und 25 Jahre alte afghanische Brüder festgenommen wurden, die im Verdacht stehen, ihre 34jährie Schwester in Berlin ermordet zu haben. Demnach wurde die Mutter zweier Kinder bereits Mitte Juni getötet und ihre Leiche in einem Koffer per Bahn zum bayerischen Wohnort des 25 Jahre alten Tatverdächtigen gebracht.

Scharfe Kritik von der CDU

Seit dem 4. August befinden sich die beiden Männer deshalb nun in Untersuchungshaft. Laut Staatsanwaltschaft „sollen die beiden Tatverdächtigen sich gekränkt gefühlt haben, weil das Leben ihrer geschiedenen Schwester nicht ihren Moralvorstellungen entsprochen hatte“.

Der CDU-Spitzenkandidat zur Abgeordnetenhauswahl, Kai Wegner, kritisierte die Äußerungen der Integrationssenatorin. „Solche Antworten sind ein Teil des Problems. Frau Breitenbach leugnet die Realität, um ihr brüchiges Weltbild zu stabilisieren. Wer die religiös-kulturellen Hintergründe von sogenannten Ehrenmorden abstreitet, schützt die Täter und läßt die Opfer im Stich“, sagte er dem Tagesspiegel.

Es brauche aber eine Kultur des Hinsehens. „Bei der Unterdrückung von Frauen im Namen einer vermeintlichen Ehre brauchen wir null Toleranz“, mahnte der CDU-Politiker. (krk)

Integrationssenatorin Elke Breitenbach (Linkspartei) Foto: picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
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