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Blaue Augenfarbe: In einem Antirassismus-Workshop sollen Soldaten lernen wie sich Diskriminierung anfühlt
Blaue Augenfarbe: In einem Antirassismus-Workshop sollen Soldaten lernen wie sich Diskriminierung anfühlt Foto: picture alliance / Patrick Daxenbichler / Zoonar

Brandenburg
 

„Blauäugige diskriminieren“: Bundeswehr schickt Soldaten zu Antirassismus-Workshop

POTSDAM. Die Bundeswehr hat Brandenburger Soldaten eines Panzergrenadierbataillons zu einem Antirassismus-Seminar geschickt, in dem blauäugige Menschen als Teil eines Experiments abgewertet werden. Die Weiterbildung diene der „politischen Bildung“ und lehre die Soldaten wesentliche Elemente der „Führungskultur der Bundeswehr“, verteidigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums die Teilnahme gegenüber der Bild-Zeitung.

Die Soldaten würden dadurch dafür sensibilisiert, „für die im Grundgesetz ausformulierten Grund- und Menschenrechte bewußt einzustehen“. Bei dem Seminar handelt es sich um den „Blue-Eyed“-Workshop des Unternehmens Diversity Works.

Workshop stigmatisiert Blauäugige als dumm und unfähig

In der ZDF-Doku „Der Rassist in uns“ aus dem Jahr 2014 ist zu sehen, wie das Seminar zumindest damals ablief. Der Workshop ist wie ein Experiment aufgebaut und teilt die Teilnehmer, ohne ihnen nähere Informationen zu geben, in zwei Gruppen ein. Allen Blauäugigen wird ein grüner Kragen umgebunden, dann werden sie vom Rest der Teilnehmer isoliert.

Der Seminarleiter Jürgen Schlicher pocht daraufhin gegenüber den Nicht-Blauäugigen darauf, daß Menschen mit blauen Augen generell dümmer und unfähig seien. Unablässig wertet er die Abwesenden wegen ihrer Augenfarbe mit immer neuen Anschuldigungen ab.

Seminarleiter will mit Attacken Leid von Migranten aufzeigen

Nach einer Weile der „Indoktrination“ dürfen die Blauäugigen sich zum Rest der Gruppe gesellen, werden von Schlicher aber permanent gedemütigt und vorgeführt. So müssen sie etwa Sprüche von einem Plakat ablesen auf denen es unter anderem heißt: „Wir können nicht zulassen, daß Blauäugige in Deutschland unsere Sozialsysteme ausnutzen.“

Nachdem eine Teilnehmerin mit grünem Kragen das Experiment abbrechen wollte, weil sie sich gemobbt fühlte, redeten Schlicher und weitere Seminarleiter auf sie ein und klärten sie über das Ziel des Experiments auf: Blauäugige sollten einmal erleben wie Migranten sich in Deutschland fühlten. Anschließend appellierten sie mit drängendem Ton an sie, doch weiter an dem Workshop teilzunehmen, weil Menschen mit einer anderen Hautfarbe ihren „grünen Kragen“ ja auch nicht abnehmen könnten.

Auch Kölner Gymnasium führt Workshop durch

In Schleswig-Holstein und Hessen soll der „Blue-Eyed“-Workshop auch Teil der Polizeiausbildung sein und dem Training von „interkultureller Kompetenz“ dienen, sagte eine Polizeisprecherin auf Anfrage der Bild-Zeitung. Zudem soll das Seminar Ende Juni an einem Kölner Gymnasium durchgeführt worden sein.

Die Schüler hätten sich anschließend „verloren, unterdrückt, aggressiv, traurig und verängstigt“ gefühlt. Dennoch habe die Schule den Workshop als effektiv bezeichnet, um gegen Rassismus und Diskriminierung vorzugehen. (zit)

Blaue Augenfarbe: In einem Antirassismus-Workshop sollen Soldaten lernen wie sich Diskriminierung anfühlt Foto: picture alliance / Patrick Daxenbichler / Zoonar
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