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Polizei Berlin
Berliner Stadtwappen auf der Polizeiuniform Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa

„Ich bringe alle Menschen um“
 

Berlin: Polizei verhaftet Iraker nach mutmaßlich islamistischem Angriff

BERLIN. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat Ermittlungen wegen eines mutmaßlichen islamistischen Angriffs aufgenommen. Beamten hätten in diesem Zusammenhang am Mittwoch einen 31 Jahre alten Iraker verhaftet, teilte die Polizei mit.

Er soll am vergangenen Samstag in einem Hotel im Stadtteil Charlottenburg den dortigen Hausmeister ohne Vorwarnung angegriffen haben. Anschließend zerstörte er den Angaben zufolge mit einer aus dem Boden gerissenen Eisenstange die Tür der Rezeption, in die sich das Opfer geflüchtet hatte. Beim Eintreffen der Polizei zeigte er demnach islamistische Gesten und drohte: „Ich bringe alle Menschen um.“

Gegen den Mann, der bereits wegen Gewaltausbrüchen polizeibekannt ist, laufen nun Ermittlungen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung, Störung des öffentlichen Friedens und Androhung von Straftaten. Ein islamistisches Motiv werde noch überprüft. Anzeichen für eine psychische Erkrankung gebe es nicht.

Messerangreifer ist schuldfähig

Derweil wurde bei dem 29jährigen Afghanen, der ebenfalls am Samstag in Berlin zwei Menschen mit einem Messer schwer verletzte, die Schuldfähigkeit festgestellt, berichtete die B.Z. Dieser hatte zunächst eine Landschaftsgärtnerin durch Stiche in den Hals lebensgefährlich verletzt, weil er sich daran störte, daß sie als Frau einer bezahlten Arbeit nachging.

Das Opfer erlitt dabei bleibende Schäden. Laut dem Blatt funktioniert ihre linke Gehirnhälfte nicht mehr. Ein ebenfalls von dem Afghanen verletzter Helfer erlitt Stiche an Kopf und Hals. Der Angreifer, der seit 2016 in Deutschland lebt, habe in der Vergangenheit versucht, Nachbarn zum Islam zu bekehren. Er soll psychisch krank sein.

Mit Blick auf die beiden Taten äußerte der Leiter der Abteilung Terrorismus der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Dirk Feuerberg: „Unter den Flüchtlingen, die zu uns gekommen sind, gibt es viele, die selbst in ihrer Heimat schlimmste Gewalterfahrungen gemacht und auch dadurch psychisch beeinträchtigt sind. Daß einige von ihnen schwerste Gewaltverbrechen begehen, kann eine ganze Reihe von Motiven haben.“ Es könne auch durch einen Wahn ausgelöst werden, „der nicht selten auch religiöse und sozio-kulturelle Facetten hat“. Sollte es sich um Terroranschläge handeln, müsse geschaut werden, ob es „Drahtzieher“ gebe. (ag)

Berliner Stadtwappen auf der Polizeiuniform Foto: picture alliance/Paul Zinken/dpa
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