BERLIN. Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) hat eine Konferenz deutscher Museen angekündigt, um die Rückgabe der sogenannten Benin-Bronzen auszuhandeln. „Das Zurückkommen hat auch etwas mit der Heilung von Wunden zu tun. Das muß in unserer Gesellschaft mehr erklärt werden, weil es ein anderer kultureller Kontext ist“, mahnte die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.
Es gebe einen weißen Fleck in der deutschen Erinnerungskultur. Das betreffe vor allem das Thema Kolonialismus. „Wir brauchen die Dekolonialisierung unseres Denkens, unserer Sprache, eine Sensibilisierung mit Orten, wo Erinnerungskultur auch in diesem Bereich überhaupt erst mal beginnt“, betonte sie.
Deshalb lade sie Museen im Besitz der Bronzen dazu ein, auf einer Konferenz über die Rückgabe der Kulturgüter an Nigeria zu verhandeln. In Deutschland werden etwa 1.100 Kunstgegenstände aus dem früheren Königreich Benin in Afrika ausgestellt – unter anderem in Stuttgart, Hamburg, Dresden und Berlin. Die Bundesregierung berät sich derzeit mit Nigeria darüber, welche der Bronzen in Deutschland verbleiben können und welche zurückgegeben werden. (fw)