MÜNCHEN. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat der Auffassung von Friedrich Merz (CDU) widersprochen, wonach es möglich sei, die Hälfte der AfD-Wähler zur Union zurückzuholen. Viele AfD-Wähler seien „Menschen, die sich schon vor Jahren von der Demokratie verabschiedet haben“, sagte Söder dem Fränkischen Tag.
Darunter seien auch „Geisterfahrer wie Reichsbürger“. Es sei nicht möglich, solche Leute durch rhetorische Annäherung zurückzugewinnen. Statt darauf zu schielen, AfD-Wähler zurückzuholen solle die Union „die gesellschaftliche Mitte“ nicht aus den Augen verlieren. „Ich glaube tatsächlich, daß der Weg in die Mitte entscheidend ist“, betonte er.
AfD ist der Feind
Man müsse „herausarbeiten, wer Feind und wer Herausforderer“ sei. „Feind ist selbstverständlich die AfD, weil sie das Ziel verfolgt, die Demokratie als Ganzes zu destabilisieren.“ Die Grünen seien dagegen kein Feind der CSU, sondern Herausforderer.
Im vergangenen Jahr hatte Söder jeglichen Dialog mit AfD-Politikern ausgeschlossen. Dies muß für CSU-Parlamentarier seiner Meinung nach sogar so weit gehen, mit AfD-Repräsentanten noch nicht mal einen „Kaffeeplausch in einem Kommunalparlament“ zu halten. In einem Strategiepapier zur Landtagswahl 2018 hatte die CSU die AfD als „braunen Schmutz“ bezeichnet, der in Bayern nichts verloren habe. (tb)