Björn Höcke (l.) und Andreas Kalbitz
Björn Höcke (l.) und Andreas Kalbitz Foto: picture-alliance
Umfrage

Potentielle AfD-Wähler wollen stärkere Abgrenzung nach rechts

BERLIN. Eine Mehrheit der potentiellen AfD-Wähler ist der Meinung, die Partei sollte sich stärker vom rechten Rand abgrenzen. Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitits Insa im Auftrag der JUNGEN FREIHEIT befürtworten 68 Prozent der Befragten, die sich grundsätzlich vorstellen können, die AfD zu wählen, es bislang aber noch nicht getan haben, daß die Partei mehr auf Distanz nach rechts gehen sollte. 24 Prozent der potentiellen Wähler sind dagegen, fünf unentschieden und zwei Prozent machten keine Angabe.

Auch unter den AfD-Wählern befürwortet eine Mehrheit (45 Prozent) eine stärkere Abgrenzung. 38 Prozent halten dies für falsch, 14 wissen es nicht und vier Prozent wollen keine Aussage dazu treffen. Geographisch gibt es diesbezüglich keine Unterschiede. Der Forderung, die AfD solle sich vom rechten Rand des Spektrums stärker abgrenzen, stimmten 51 Prozent im Westen und 53 Prozent der befragten Wähler im Osten (inklusive Berlin) zu.

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Vor zwei Jahren hatte die JF schon einmal diese Frage gestellt. Damals gaben 38 Prozent aller Befragten an, die AfD solle sich stärker vom rechten Rand abgrenzen. Ihre Anzahl hat sich also im Vergleich dazu heute deutlich erhöht. Unter den AfD-Wählern wünschten sich das damals – wie heute – 45 Prozent. Und von den potentiellen AfD-Wählern, die vor zwei Jahren befragt wurden, bejahten 59 Prozent diese Frage. Dieser Wert wuchs bei ihnen also um neun Prozentpunkte.

Eine absolute Mehrheit (59 Prozent) der Deutschen findet zudem laut der Insa-Erhebung die Entscheidung richtig, die parteiinterne Organisation der „Flügel“ um den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke aufzulösen. Lediglich neun Prozent der Befragten sehen den Schritt als falsch an.

Noch größer fällt die Zustimmung zur Auflösung des „Flügels“ unter den potentiellen Wählern der AfD aus: 72 Prozent von ihnen halten die Entscheidung für richtig – und damit wesentlich mehr als unter der Gesamtheit der Befragten oder den AfD-Wählern.

Auch unter den AfD-Wählern dominieren diejenigen, die die Auflösung positiv sehen. 53 Prozent halten die Entscheidung für richtig, 29 Prozent für falsch. 15 Prozent waren unentschieden und 4 Prozent machten keine Angaben.

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Bemerkenswert ist zudem, daß es bei der Antwort auf diese Frage keine großen Unterschiede zwischen West und Ost gibt. So äußerten sich 59 Prozent der Befragten im Westen und 61 Prozent der Befragten im Osten (inklusive Berlin) zustimmend zur angekündigten Auflösung des „Flügels“.

Meuthen bringt Abspaltung ins Spiel

Unterdessen sorgt AfD-Chef Jörg Meuthen mit einem Gedankenspiel für Diskussionen in der Partei. Meuthen hatte im Interview mit Tichys Einblick die Überlegung aufgeworfen, der Flügel könne sich zu einer eigenen politischen Bewegung außerhalb der AfD ausbauen. So könnte die AfD zusammen mit einer weiteren eigenständigen Partei die politische Landschaft „aufmischen“.

„Aber das müßte der Flügel entscheiden und es scheint mir ein wenig der Mut zu fehlen, das auch nur einmal gegen den Strich zu denken.“ Eine Trennung vom Flügel würde die Opposition von rechts insgesamt stärken, zeigte sich Meuthen sicher.  „An eine AfD ohne Flügel würde die Union scharenweise sich als konservativ verstehende Wähler verlieren, und für die beliebige und mutlose FDP, die sich ja nur noch mit der verschreckten AfD-Klientel über Wasser halten kann, wäre das wohl unmittelbar existenzbedrohend.“

Auf der anderen Seite würde auch die Flügel-Bewegung von der Trennung profitieren. „Ein in seinem sogenannten Sozialpatriotismus nicht mehr durch Freiheitliche wie mich eingeschränkter Flügel würde der Linkspartei im Osten vermutlich auch noch weitere Wähler abnehmen. Mit einem selbständigen Flügel könnte Björn Höcke Bodo Ramelow womöglich noch weit mehr in Bedrängnis bringen.“

Dem widersprach die stellvertretende AfD-Chefin Beatrix von Storch. Auf Twitter schrieb sie als Antwort auf Meuthen: „Ich halte NICHTS von diesen Gedankenspielen. Die AfD eint das demokratische Spektrum rechts der Mitte – für ganz Deutschland in EINER Partei. Die muß rote Linien ziehen. Aber IN EINER PARTEI. Das ist der richtige Weg – und der einzige.“

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(JF)

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