Foto: Donald Trump (l.) und Grünen-Chef Robert Habeck: „Nur Selbstlob, Ignoranz, Mißachtung von allen Leuten“ picture alliance / AP Photo / Twitter-Screenshot / JF-Montage
Weltwirtschaftsforums in Davos

Habeck über Trump: „Er ist der Gegner und steht für all die Probleme, die wir haben“

DAVOS. Grünen-Chef Robert Habeck hat US-Präsident Donald Trump für dessen Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos heftig kritisiert. Die Worte Trumps seien nicht nur „höflich daneben“, sondern „einfach völlig daneben“ gewesen. „Also im Grunde war es ein einziges Desaster und ich bin fassungslos, wie man sowas hier verzapfen kann“, sagte Habeck dem ZDF.

Er gab zu, etwas sprachlos zu sein, da er zumindest gedacht hätte, daß man sich dem Geist Davos’ höflich nähert, auch wenn man anderer Meinung sei. „Aber nur Selbstlob, Ignoranz, Mißachtung von allen Leuten, kein Gespür, keine Wahrnehmung für globale Probleme: Es war die schlechteste Rede, die ich in meinem Leben gehört habe“, kommentierte Habeck.

Auf den Einwurf der ZDF-Reporterin, dies sei ein ziemlicher Rückschlag für das Weltwirtschaftsforum, antwortete Habeck, man habe zwar damit rechnen können, daß Trump kein Verbündeter für mehr Nachhaltigkeit sei. „Aber er ist nicht nur kein Alliierter, er ist der Gegner. Er steht für all die Probleme, die wir haben.“ Und das müßte auch mal an ihn adressiert werden von den Veranstaltern, statt ihm „auch noch Honig ums Maul schmieren für so eine Rede“.

Trump lobt Leistungen der USA

Dennoch habe der Grünen-Chef Hoffnung für das Forum, das noch bis zum Freitag geht. „Die vielen Firmenchefs, die hier unterwegs sind, die Politiker, alle sind am nachdenken, wie es weitergehen kann.“ Es geht im Grunde um die Frage, ob eine „leichte Umkehr des Systems“ ausreiche, oder ob man das System komplett ändern müsse – „also aus dem System heraus neue Wege beschreiben, das wäre meine Antwort, also eine radikalere Lösung“.

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Aber es seien Diskussionen gewesen, die zum Ergebnis gekommen waren: Ein weiter wie bisher könne man nicht machen. „Und dann kommt so einer und sagt: Wir machen noch viel mehr weiter wie bisher. Ignoranz ist gar kein Ausdruck dafür.“

Trump hatte in seiner Rede die Rolle und Leistungen der USA beim Thema Klimaschutz hervorgehoben. Klima und Luft seien in den Vereinigten Staaten „noch nie so sauber wie jetzt“ gewesen. „Es ist keine Zeit für Pessimismus, sondern eine Zeit für Optimismus.“ Es gelte daher, „die ewigen Propheten des Untergangs und ihre Vorhersagen der Apokalypse“ zurückzuweisen.

Amerikanisches Modell als Vorbild

Besonders lobte er die Wirtschaftskraft der Vereinigten Staaten. „Letztes Mal habe ich verkündet, daß wir ein Comeback feiern wollen. Und wir feiern einen Boom, wie die Welt ihn noch nicht gesehen hat“, sagte er zu Beginn.

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Dabei betonte er auch das jüngst unterzeichnete Handelsabkommen mit China und beteuerte, wie gut er und der chinesische Präsident Xi Jinping sich verstünden. „Er ist für China, ich bin für die Vereinigten Staaten. Aber ansonsten lieben wir uns.“ Er pries das „amerikanische Modell“ als Vorbild für das 21. Jahrhundert. (ls/ag)

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