Hengameh Yaghoobifarah (in der Mitte mit rosafarbenem Jackett) (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa
Die „taz“-Autorin Hengameh Yaghoobifarah (in der Mitte mit rosafarbenem Jackett) (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa
Hengameh Yaghoobifarah

CSU entschuldigt sich bei „taz“-Autorin

BERLIN. Die CSU hat sich für die Kritik an der taz-Kolumnistin Hengameh Yaghoobifarah entschuldigt. Inhaltlich stehe man zu dem Gesagten, schrieb CSU-Generalsekretär Markus Blume auf Twitter, die Art und Weise sei aber falsch gewesen. „Es darf nie einen Grund geben, Menschen auf die Müllhalde zu wünschen. Unsere Kritik an der taz ist richtig, die Form war es nicht. Für Letzteres bitte ich um Entschuldigung.“

Mittlerweile gelöschter Tweet Foto: JF

Zuvor hatte die CSU auf Twitter ein Bild mit gewalttätigen Linksextremisten geteilt. In der Mitte war auch ein Foto Yaghoobifarahs mit der Schlagzeile: „Polizei vor linker Hetze schützen“ und dem Vorwurf: „Sie will Polizisten als Abfall auf Müllhalde entsorgen“. Dazu kommentierte Blume: „Die häßliche Fratze der haßerfüllten Linken in Deutschland zeigt sich: In der taz sollen Polizistinnen und Polizisten wie Abfall auf der Müllhalde entsorgt werden. Das ist schäbig und niederträchtig!“

Kritik an Polizeigewerkschaft

Kurz nach Veröffentlichung des Tweets empörten sich mehrere Journalisten auf Twitter. So warf Julius Betschka vom Tagesspiegel der CSU vor, „gegen eine Journalistin mit Migrationshintergrund aufzustacheln“ und im „Internet zur Jagd auf einzelne Journalisten blasen“. Das sei „Wahnsinn“. Auch der Deutsche Journalistenverband hielt der CSU vor, „gegen einzelne Journalist*innen zu hetzen“. Die CSU löschte daraufhin ihren Tweet.

Anlaß ist ein Text Yaghoobifarahs in der taz vom Montag. Darin hatte sie ihrem Haß auf Polizisten Luft gemacht und vorgeschlagen, was man mit den Beamten machen könnte, sollte die Polizei eines Tages abgeschafft werden. Wörtlich schrieb sie: „Spontan fällt mir nur eine geeignete Option ein: die Mülldeponie. Nicht als Müllmenschen mit Schlüsseln zu Häusern, sondern auf der Halde, wo sie wirklich nur von Abfall umgeben sind. Unter ihresgleichen fühlen sie sich bestimmt auch selber am wohlsten.“

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Der Text hatte für heftige Kritik gesorgt. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) sowie die Gewerkschaft der Polizei (GdP) stellten Strafanzeige gegen Yaghoobifarah und warfen ihr Volksverhetzung vor. Das wiederum rief den DJV auf den Plan. Dessen Sprecher Hendrik Zörner beklagte gegenüber dem Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND): „Die taz-Satire war starker Tobak, keine Frage. Darüber zu urteilen, ob medienethische Grenzen überschritten wurden, ist Aufgabe des Deutschen Presserats. Da muss man nicht gleich zum Gericht laufen und ‘Volksverhetzung’ rufen.“

Die taz selbst verteidigte die Kolumne. Zwar widerspreche es „dem Selbstverständnis einer Zeitung, die sich einer menschlicheren Gesellschaft verschrieben“ habe, wenn in ihr Menschen als Müll bezeichnet würden, schrieb Chefredakteurin Barbara Junge. Aber: „Die taz begrüßt es, daß wir nun eine breite gesellschaftliche Debatte um Polizeigewalt und Rassismus führen. Wir hätten uns dies schon früher gewünscht.“

Es ist nicht das erste Mal, daß Yaghoobifarah mit verbalen Entgleisungen auffällt. In dem von ihr mitherausgegebenen Buch „Eure Heimat ist unser Albtraum“ schreibt sie beispielsweise: „Der deutsche Haß auf Muslim_innen und die Paranoia vor einer Islamisierung der deutschen (wortwörtlich) Dreckskultur hält Kartoffeln davon ab, ein schöneres Leben zu führen.“ (krk)

Die „taz“-Autorin Hengameh Yaghoobifarah (in der Mitte mit rosafarbenem Jackett) (Archivbild) Foto: picture alliance/dpa

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