Die Abschlußkundgebung der Corona-Proteste findet rund um die Siegessäule statt Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa
Die Abschlußkundgebung der Corona-Proteste findet rund um die Siegessäule statt Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa
Berlin

Corona-Proteste: Abschlußkundgebung am Großen Stern gestartet

BERLIN. Die Abschlußkundgebung der Corona-Proteste am Großen Stern hat begonnen. Zuvor hatten sich rund 30.000 Personen Unter den Linden und am Brandenburger Tor versammelt. Der Demonstrationszug war wegen Verstößen gegen die Auflagen von der Poliziei aufgelöst worden.

18.01 Uhr: Damit endet die Live-Berichterstattung der JF von den Kundgebungen.

17.53 Uhr: Erste Menschengruppen beginnen, sich vom Bereich um die Siegessäule zu entfernen.

An der russischen Botschaft ist die Lage noch angespannt. Dort werden Polizisten aus der Menschenmenge beschimpft, während sie dabei sind, die Sitzblockade aufzulösen.

17.30 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) plädiert bei der Betrachtung der Demonstrationen des heutigen Tages für eine differenzierte Sichtweise. So seien sie von der Demonstrationsfreiheit gedeckt, sagte er der Bild-Zeitung, auch wenn er ihre Inhalte für „groben Unfug“ halte.

Derweil beginnt die Polizei mit der Räumung einer Sitzblockade vor der russischen Botschaft. Nachdem sich die Stimmung dort zwischenzeitlich aufgeheitzt hatte, hat sich die Lage wieder beruhigt, berichtet der Tagesspiegel.

17.10 Uhr: Vor dem Reichstag läuft derzeit eine Kundgebung des Vegan-Kochs Attila Hildmann. Die Polizei hindert seine Anhänger daran, den gesperrten Bereich vor dem Gebäude erneut zu betreten.

16.40 Uhr: Während die Abschlußkundgebung am Großen Stern friedlich verläuft, meldet die Polizei, daß vor dem Reichtag Personen die Absperrungen umgeworfen haben und in den gesperrten Bereich vorgedrungen sind. Die Einsatzkräfte führen sie vom Gelände.

Derweil läßt die Zahl der Menschen, die noch zum Großen Stern wollen merklich nach.

16.26 Uhr: Teilnehmer berichten, daß die Polizei mittlerweile wieder das Brandenburger Tor gesperrt hat. So solle verhindert werden, daß weitere Menschen zur Abschlußkundgebung gelangen können. Zuvor hatte die Polizei schon Bedenken geäußert, ob angesichts der großen Menschenmenge die Auflagen eingehalten werden könnten.

Neffe von John F. Kennedy lobt Corona-Proteste

16.19 Uhr: Vor der russischen Botschaft kam es unterdessen laut Polizei zu Flaschenwürfen auf die Sicherheitskräfte. Die Beamten setzten Pfefferspray ein und konnten zwei Personen festnehmen. Laut Tagesspiegel habe es sich dabei um Hooligans gehandelt.

16.14 Uhr: Als Redner trat auch der Neffe des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy, Robert Kennedy jr., auf. Er lobte die Demonstranten als „Menschen, die die Demokratie lieben, die eine Regierung wollen, die sie nicht belügt“. Die Kundgebungsteilnehmer seien „Menschen, die keine Anführer wollen, die wahllos Regelungen erlassen, um unsere Unterwürfigkeit zu erwirken“. Berlin sei heute wieder die Front gegen den Totalitarismus.

15.56 Uhr: Der Organisator der Kundgebung und Kopf der Initiative „Querdenken 711“, Michael Ballweg, fordert in seiner Rede unter Beifall den Rücktritt der Bundesregierung und des Berliner Bürgermeisters Michael Müller (SPD). Scharfe Kritik äußert er auch am Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD), der zuvor versucht hatte, die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung zu verbieten.

Die Polizei geht in einer neuen Schätzung davon aus, daß 30.000 Menschen dem Demonstrationsaufruf gefolgt sind.

15.43 Uhr: Seit wenigen Minuten läuft die Abschlußkundgebung am Großen Stern. Die Teilnehmer der Veranstaltung kommen überwiegend aus dem Mittelstand,  sind friedlich. Die Hälfte des Publikums ist weiblich.

Unterdessen untersagte die Berliner Polizei die Errichtung eines Protestcamps auf der Straße des 17. Juni.

15.26 Uhr: Die Polizei erinnert freundlich an die Auflagen für die geplante Abschlußkundgebung am Großen Stern. Die Stimmung vor Ort ist entspannt. Die Menschen kommen miteinander ins Gespräch.

14.54 Uhr: Nach der Auflösung des Demonstrationszuges unter den Linden haben Unbekannte in der Friedrichstraße einen Baucontainer angezündet. Die Polizei berichtet zudem von Festnahmen nach einem Flaschenwürfen und weiteren Straßenblockaden.

Da sich bereits viele Menschen auf der Straße des 17. Juni aufhalten, rät die Polizei davon ab, dorthin zu kommen. Sie berate derzeit mit dem Veranstalter, ob er die Kundgebung unter den Umständen überhaupt beginnen möchte.

 14.17 Uhr: Bislang sei das Geschehen rund um die aufgelöste Demonstration friedlich geblieben, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz dem Tagesspiegel. Zwar sei hier und da die Stimmung etwas hochgekocht, daß es zu Übergriffen gekommen sei, habe er jedoch nicht gehört. Er hoffe, daß es auch weiterhin gewaltfrei bleibe.

13.55 Uhr: Wie Teilnehmer der JF berichtete, wäre der Demonstrationszug noch größer gewesen, hätte die Polizei nicht Sperren in den Zugangsstraßen errichtet. Doch wegen Überfüllung der Demo-Route verweigerten die Sicherheitskräfte weiteren Personen den Zugang. Nach der Auflösung des Zuges bewegen sich die Menschen nun in Richtung Großer Stern. Dort soll die Abschlußkundgebung stattfinden.

In einer neuen Schätzung geht die Bild-Zeitung mittlerweile von 30.000 Teilnehmern der Demonstration aus.

13.40 Uhr: Die Demonstranten beantworteten die Polizeidurchsage, wonach die Kundgebunge aufgelöst sei, mit Pfiffen und Buh-Rufen. Laut Bild-Zeitung kam es zu mehreren Festnahmen. Wasserwerfen stehen in der Nähe des Zuges bereit.

Polizei stellt sich auf Auseinandersetzungen ein

13.08 Uhr: Die Berliner Polizei kündigt an, die Demonstration auf der Straße des 17. Juni werde aufgelöst.

 12.55 Uhr: Die Teilnehmer kommen aus unterschiedlichen Gründen zu der Demonstration. Erik Boomsma aus den Niederlanden berichtet der JF, die Sorge vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Maßnahmen habe ihn auf die Straße getrieben. Als Unternehmer befürchte er, die Arbeitsplätze seiner 14 Angestellten wegen der Corona-Maßnahmen nicht halten zu können. Andere Demonstranten zweifeln die offiziellen Infektionszahlen und die Testergebnisse an.

Die Stimmung an den Polizeiabsperrungen wird zunehmend gereizter, berichtet die Bild-Zeitung.

12.37 Uhr: Um eine Überfüllung der Straße Unter den Linden zu vermeiden, errichtet die Polizei weitere Straßensperren.

12.01 Uhr: Die Polizei fordert die Teilnehmer der Proteste auf, Masken zu tragen. Vorherige Aufforderungen, den Mindestabstand einzuhalten, seien nicht befolgt worden.

 11.53 Uhr: Die Polizei sperrt Zugänge zum Demonstrationszug ab, da es auf der Straße Unter den Linden zu voll sei.

Die Polizei errichtet Sperren, da die Straße Unter den Linden zu voll sei Foto: JF
Die Polizei errichtet Sperren, da die Straße Unter den Linden zu voll sei Foto: JF

 11.40 Uhr: Die Polizei schätzt die Zahl der Teilnehmer derzeit auf rund 18.000. Polizeisprecher Thilo Cablitz sagte der JF, die Situation sei friedlich, jedoch werde der Mindestabstand nicht konsequent eingehalten. Sollten auch Apelle, Masken zu tragen, nicht helfen, drohe eine Auflösung der Kundgebung.

Innensenator ruft zu Gewaltfreiheit auf

11.26 Uhr: Die Demonstration zieht unter „Wir sind das Volk“- und „Widerstand“-Rufen durch das Brandenburger Tor . Die Teilnehmer schwenken Fahnen, darunter die der Bundesländer. Die Stimmung ist höflich und friedlich.

11.14 Uhr: Auch der AfD-Abgeordnete Armin Paul Hampel ist auf dem Weg zum Brandenburger Tor. Für ihn gehe es darum „Flagge zu zeigen“, spätestens nach dem Debakel für Innensenator Geisel. Die politische Meinung der einfachen Leute müsse genauso gehört werden, wie die der Abgeordneten und der Kanzlerin.

10.57 Uhr: Berlins Innenseantor Andreas Geisel (SPD) rief am Morgen die Demonstraten auf, auf Gewalt zu verzichten. „Ich appelliere an alle, sich gewaltfrei in Berlin zu versammeln.“

Zwei Teilnehmer der Corona-Proteste, die aus Essen angereist sind Foto: JF
Zwei Teilnehmer der Corona-Proteste, die aus Essen angereist sind Foto: JF

10.20 Uhr: Am Brandenburger Tor sammeln sich bereits zahlreiche Menschen. Die Polizei sperrt das Brandenburger Tor ab. Laut Polizei ist der Platz zu voll und es mangelt an Fluchtwegen. „Wir sind das Volk“-Rufe ertönen aus der Menge.

Teilnehmer der Proteste sind aus ganz Deutschland angereist. Ein Paar erklärte, es sei aus Essen in Nordrhein-Westfalen nach Berlin gekommen. Auch bei der ersten Großdemonstration am 1. August seien sie bereits dabei gewesen. „Wir wollen uns für die Freiheit einsetzen, damit es auch unsere Kinder später gut haben.“

 

Im Stadtzentrum strömen die Menschen zu den Treffpunkten ihrer Kundgebungen.

Oberverwaltungsgericht genehmigte Corona-Proteste

Den Corona-Protesten gegen die Maßnahmen der Bundesregierung war in den vergangenen Tagen ein juristischer Streit vorausgegangen. Am Mittwoch hatte das Land Berlin die Demonstrationen verboten. Innensenator Andreas Geisel (SPD) war dafür heftig kritisiert worden. So warf ihm unter anderem die AfD vor, Grundrechte aus politischen Gründen außer Kraft zu setzen. Gegenproteste fielen nicht unter das Verbot. Schließlich genehmigte das Oberverwaltungsgericht Berlin die Proteste unter Auflagen wie der Einhaltung des Sicherheitsabstandes. (mec/zit/ha/jv/ag)

Die Abschlußkundgebung der Corona-Proteste findet rund um die Siegessäule statt Foto: picture alliance/Michael Kappeler/dpa

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