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Viele Corona-Maßnahmen sorgen für Unverständnis
Mundschutz auf der Straße in Köln Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

Städte- und Gemeindebund skeptisch
 

Diskussion um Lockerung der Corona-Maßnahmen über Weihnachten

BERLIN. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat die für die Weihnachtsfeiertage vorgesehenen Lockerungen der Corona-Beschränkungen in Zweifel gezogen. „Wir werden in Deutschland insgesamt darüber sprechen müssen, ob die geplanten Lockerungen für Weihnachten und Silvester tatsächlich richtig sind“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Gerd Landsberg, am Montag der Rheinischen Post.

„Sie werden unweigerlich zu weiteren Kontakten und zusätzlichen Reiseaktivitäten führen und stellen damit ein Risiko für einen Anstieg der Neuinfektionen dar.“ Daher solle man abwarten, wie sich die Zahlen in den kommenden anderthalb Wochen entwickelten, empfahl Landsberg.

Der Teillockdown war Ende Oktober für den gesamten November beschlossen und dann bis mindestens zum 10. Januar verlängert worden. Dadurch soll erreicht werden, daß sich der Anstieg der Neuinfektionen mit dem Corona-Virus verlangsamt.

Lauterbach für schärfere Corona-Maßnahmen

Für die Zeit vom 23. Dezember bis zum 1. Januar ist in vielen Regionen Deutschlands jedoch eine Lockerung der Maßnahmen geplant. Dann sollen beispielsweise weniger strenge Kontaktbeschränkungen gelten, damit sich Familien und Verwandte auch in größerer Runde über die Feiertage versammeln können.

Dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach gehen die derzeitigen Beschränkungen allerding nicht weit genug. „Der bisherige Lockdown hat zwar das exponentielle Wachstum gebremst, aber das ist nur ein halber Erfolg – vor allem, weil die Feiertage noch vor uns liegen“, warnte er im Tagesspiegel.

Nötig sei deshalb eine weitere Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung, um „deutschlandweit deutlich schärfere Beschränkungen“ zu beschließen. „Sonst haben wir Ende Januar noch einmal zusätzliche 25.000 Tote. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Bayern kündigt harte Kontrollen an

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) kündigte unterdessen an, man werde „mindestens in den Hotspots nochmal richtig deutliche Verschärfungen machen müssen“. Jede Region müsse dafür sorgen, daß die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern pro Woche unter 50 liege, sagte Braun der Bild-Zeitung.

Bereits am Wochenende hatte Bayern die Corona-Maßnahmen im Freistaat verschärft. Im ARD-„Morgenmagazin“ versicherte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag, man werde die Einhaltung der Regelungen verstärkt kontrollieren.

Die Disziplin habe diesbezüglich etwas nachgelassen, und es sei ein bißchen der „Schlendrian“ eingetreten. „Wir müsse die Motivationslage wieder bessern.“ Es brauche eine „Mentalitätsumkehr“ in der Bevölkerung, damit man die gleiche Motivationslage erreiche wie beim Lockdown im Frühjahr. (krk)

Mundschutz auf der Straße in Köln Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress
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