Braunschweig
Flüchtlinge auf dem Gelände einer Braunschweiger Unterkunft für Asylbewerber (Archivbild) Foto: (c) dpa
Migration nach Deutschland

272.000 Fälle: Zahl der Ausreisepflichtigen erreicht Rekordstand

BERLIN. Die Zahl der ausreisepflichtigen Migranten in Deutschland hat mit 272.000 Personen einen neuen Höchststand erreicht. Zum Jahreswechsel seien es noch 250.000 gewesen, berichtete die Welt unter Berufung auf ein Papier des Bundesinnenministeriums. Da in der Corona-Krise weniger Abschiebungen stattfänden, sei die Zahl Ende März von 256.000 Personen um weitere 16.000 gestiegen.

Demnach gingen die Abschiebezahlen bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. Von 25.400 Abschiebungen im Jahr 2016 sanken sie auf 22.100 Ausweisungen im vergangenen Jahr.

Der größte Teil der Ausreisepflichtigen müsse jedoch nicht mit einer Abschiebung rechnen, da er geduldete sei. Derzeit besäßen von den 272.000 Personen 221.000 eine Duldung. Zwar bestehen für Menschen mit diesem Status keine Schutzgründe, doch wird ihnen bescheinigt, daß der Staat sie derzeit nicht abschieben kann.

Länder verweigern Rücknahme ihrer Staatsbürger

Innerhalb Deutschlands gibt es laut den Angaben des Bundesinnenministerium große Unterschiede bei der Handhabung der Ausreisepflichtigen. Während Bremen und Baden-Württemberg häufiger eine Duldung erteilten, bemühe sich Bayern stärker darum, die Ausreisepflicht durchzusetzen.

Wegen der Corona-Pandemie verweigern zahlreiche Länder die Aufnahme ausländischer Staatsbürger. So wurden im vergangenen Mai nur 150 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. (ag)

Flüchtlinge auf dem Gelände einer Braunschweiger Unterkunft für Asylbewerber (Archivbild) Foto: (c) dpa

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