Gewalt im öffentlichen Raum

Verletzte und ein Todesfall: Wieder zahlreiche Messerattacken

NÜRNBERG. Am vergangenen Wochenende ist es in Deutschland zu mehreren Messerangriffen gekommen. In einigen Fällen sind die Tatverdächtigen Ausländer. Die JUNGE FREIHEIT dokumentiert einige der Fälle.

In Nürnberg griff laut Polizei am frühen Sonntag morgen ein Iraker eine 21 Jahre alte Frau an. Eine Großfahndung führte kurz nach der Tat zur Verhaftung des 25 Jahre alten Mannes. Wie die Polizei am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt gab, soll der Verdächtige psychisch auffällig sein. Zudem ist er wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung und Bedrohung bereits polizeibekannt. Während der vergangenen fünf Jahre stieg die Zahl der Messerangriffe in Mittelfranken demnach um 30 Prozent.

In Mühlheim an der Ruhr entdeckten am Samstag abend Zeugen einen blutenden 20 Jahre alten Mann vor einem Einkaufszentrum. Er sagte der Polizei, er sei von vier Männern angegriffen und mit einem Messer verletzt worden. Einer der Täter soll einen arabischen Migrationshintergrund haben.

Frau von Rad gezerrt und schwer verletzt

Im niedersächsischen Lingen wurde eine 44 Jahre alte Frau in der Nacht zu Sonntag Opfer eines Messerangriffs. Zwei Männer überwältigten sie auf einem unbeleuchteten Radweg an und zogen sie vom Fahrrad. Anschließend verletzten sie ihr Opfer durch Messerstiche schwer. Sie ließen erst von der Frau ab, als sie laut um Hilfe rief. Sie wurde noch in der Nacht notoperiert. Die Angreifer wirkten auf die Frau sehr jung. Genauere Angaben konnte sie nicht machen, sagte eine Polizeisprecherin der JUNGEN FREIHEIT.

Die Polizei in Kiel nahm am Samstag abend einen 16 Jahre alten Jugendlichen fest. Der Deutsche soll einen 17 Jahre alten Iraker im Hauptbahnhof mit einem Messer attackiert und verletzt haben. Als die Beamten ihn verhafteten, „leistete er heftigen Widerstand und beleidigte und bedrohte die Bundespolizisten aufs übelste“. Als Tatmotiv komme möglicherweise eine Beziehungstag in Betracht, teilte die Polizei auf Nachfrage mit.

In Frankfurt am Main wurde am Sonntag abend eine 32 Jahre alte Frau ebenfalls mit einem Messer tödlich verletzt. Die Polizei nahm kurze Zeit später ihren 35 Jahre alten Ex-Partner in Südhessen fest. Er steht unter dringendem Tatverdacht, sie getötet zu haben.

Tatmotive bleiben unklar

Zu einer weiteren Messerattacke kam es in der Mainmetropole am frühen Samstag morgen. Während einer Schlägerei zwischen acht Personen griff einer der Männer zu einem Messer und verletzte einen 22Jährigen. Das Opfer sagte der Polizei, sich nicht an die Auseinandersetzung erinnern zu können. Kurz darauf stellte sich ein 19 Jahre alter Mann den Beamten und gab an, jemanden mit einem Messer angegriffen zu haben. Die Hintergründe der Tat und der genaue Ablauf sind zur Zeit unklar.

Im nordrhein-westfälischen Hamm erlitt ein junger Mann am frühen Sonntag morgen Schnittverletzungen, als er von einem unbekannten Täter angegriffen wurde. Der Verdächtige soll zuvor wegen seines aggressiven Verhaltens aus einer Gaststätte verwiesen worden sein. Auf der Straße ging er laut Polizeibericht ohne ersichtlichen Grund auf das 22 Jahre alte Opfer los.

Die Kölner Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem in der Nacht zu Samstag ein Mann lebensgefährlich verletzt worden war. Vor einem Lokal war es zwischen mehreren Personen zunächst zu einer Schlägerei gekommen. Einer der Beteiligten soll plötzlich ein Messer gezogen und zugestochen haben. Der Tatverdächtige konnte noch vor Ort festgenommen werden. (ag)

Nürnberg: Polizisten sichern den Tatort, an dem ein Iraker eine junge Frau mit einem Messer attackierte Foto: picture alliance/Friedrich/News5/dpa

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