„Framing-Manual“

Streit um Strategiepapier: SPD-Vize Stegner verteidigt ARD

BERLIN. SPD-Vize Ralf Stegner hat die ARD gegen die Kritik an einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten zur besseren Außendarstellung in Schutz genommen. Er verstehe nicht, was daran kritikwürdig sein solle, schrieb Stegner auf Twitter. Die öffentlich-rechtlichen Medien müßten sich gegen Angriffe von Rechts zur Wehr setzen.

Die ARD steht seit gut einer Woche in der Kritik, nachdem eine Handreichung bekannt wurde, die der Sender in Auftrag gegeben hatte. Das Strategiepapier („Framing-Manual“) mit dem Titel „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“ empfiehlt der ARD bestimmte Formulierungen, um sich positiver darzustellen und so die Akzeptanz in der Bevölkerung zu steigern. Dabei solle der Sender vor allem auf moralische Argumente setzen.

Private Sender als „Kommerzmedien“

Beispielsweise sei die ARD der verlängerte Arm der Bürger. Die Demokratie stehe hier im Vordergrund, nicht der Umsatz oder der Gewinn. Private Sender seien hingegen „Kommerzmedien“. Bei der ARD jedoch herrschten kein „Informationskapitalismus“ und keine „Profitfixierung“. „Andere wollen Geldgewinne. Wir wollen Kulturgewinn.“ Die Bild-Zeitung warf der ARD daher am Dienstag vor, die Bürger umerziehen zu wollen.

Stegner wies den Vorwurf als „pure Propaganda“ zurück. Die Kampagnen gegen die öffentlich-rechtlichen Medien würden vor allem von Rechts mit großer Intensität geführt. „Qualitätsjournalismus“ sei Rechten schon immer ein Dorn im Auge gewesen. Daß sich die ARD hiergegen wehre, sei „nur recht und billig“. (krk)

SPD-Vize Ralf Stegner in der ARD-Sendung „Anne Will“ (2016) Foto: picture alliance/Eventpress

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