Afrikaner-Gruppe

Schaffnerin von Rassismusvorwürfen freigesprochen

TRAUNSTEIN. Das Landgericht Traunstein hat eine Zugbegleiterin, gegen die Rassismusvorwürfe erhoben worden waren, freigesprochen. Sieben Afrikaner hatten der 52 Jahre alten Schaffnerin vorgeworfen, sie rassistisch beleidigt und aus einem Bus geworfen zu haben, der als Schienenersatzverkehr fuhr, berichtete der Münchner Merkur.

„Raus, raus! Schwarze Tiere nehme ich nicht mit“, soll sie den Afrikanern zufolge gesagt haben. Das Amtsgericht Rosenheim glaubte der Gruppe und verurteilte die Frau zu einer Geldstrafe von 2.800 Euro. Der dortige Vorsitzende Richter ermahnte sie, sie sei „knapp einer Anzeige wegen Volksverhetzung“ entgangen. Die 52jährige bestritt die Äußerungen. Da einige der Afrikaner keinen Fahrschein gehabt hätten, habe sie die Gruppe zum Fahrscheinautomaten geschickt, rechtfertigte sie sich.

Zeugen widersprachen sich

Anders als das Rosenheimer Gericht bewertete nun das Landgericht Traunstein den Fall. „Es verblieben ganz erhebliche Zweifel am Tatvorwurf“, urteilten die Richter. „Ein Tatnachweis war keinesfalls zu führen.“ Die Belastungszeugen hätten sich „im Verlauf des Verfahrens in wesentlichen Punkten des Geschehens“ widersprochen, so das Gericht.

Der Arbeitgeber der Frau, die Bayerische Oberland GmbH, hatte sich dem Bericht zufolge hinter seine Mitarbeiterin gestellt. Der Anwalt der Frau teilte mit, seine Mandantin sei sehr erleichtert. Derartige Vorwürfe gegenüber Bahnangestellten seien kein Einzelfall. (tb)

Zugbegleiterin gibt Signal (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

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