Deutschlandlied

Nationalhymne: Forderung Ramelows stößt auf Kritik

ERFURT. Die Forderung des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linkspartei) nach einer neuen Nationalhymne ist auf Kritik gestoßen. Der CDU-Fraktionschef im Thüringer Landtag, Mike Mohring, warf Ramelow laut der Nachrichtenagentur dpa „politische Bilderstürmerei gegen ein Symbol der Bundesrepublik Deutschland“ vor.

Für Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) schwächt Ramelow mit seinem Vorschlag „die Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit unserem Staat, statt sie zu stärken“. Sein Amtskollege aus Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff (CDU), hält die Debatte für unnötig. „Wir sollten uns den Themen zuwenden, bei denen dringender Handlungsbedarf besteht, wie zum Beispiel der Energiewende oder der Mietpreisentwicklung.“

Ramelow erinnert Hymne an Naziaufmärsche

Auch von der CSU kam Kritik. „Wenn Herr Ramelow von den SED-Nachfolgern der Linkspartei ein Problem mit Einigkeit und Recht und Freiheit hat, dann sollte er seine Haltung überdenken, aber nicht unsere Nationalhymne ändern.“ Den stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion, Leif-Erik Holm, wundert nicht, „daß sich die einstigen SED-Herrscher an Wörtern wie ‘Einigkeit’, ‘Recht’, ‘Freiheit’ und ‘deutsches Vaterland’ stören“. Es sei peinlich, „wie sehr Ramelow und seine Genossen bis heute mit Deutschland und unserer zum Glück wiedererkämpften Einheit hadern“.

Ramelow hatte zuvor betont, er singe die dritte Strophe der Nationalhymne zwar mit, könne dabei aber „das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden“. Zudem ist für Ramelow der Text nicht integrativ genug.

„Viele Ostdeutsche singen die Hymne nicht mit, und ich würde mir wünschen, daß wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten.“ Bisher habe dieser Wunsch aber immer nur für empörte Aufregung gesorgt. Er schlage deswegen einen neuen Text vor, „der so eingängig ist, daß sich alle damit identifizieren können“. (tb)

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Foto: picture alliance/Michael Reichel/dpa

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