Verdeckte Gesichter: Die beiden Angeklagten mit ihren Anwälten und Dolmetschern Foto: picture alliance/Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
Prozeßbeginn

Nach Todesfall in Köthen: Afghanen sprechen von Unfall

DESSAU. Im Fall des im September in Köthen bei einem Streit gestorbenen 22 Jahre alten Deutschen hat am Dienstag vor dem Landgericht in Dessau der Prozeß gegen zwei Afghanen begonnen. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen gemeinschaftliche Körperverletzung mit Todesfolge zur Last. Vor Gericht bestritten die beiden 17 und 18 Jahre alten Männer die Vorwürfe.

Gleichzeitig entschuldigten sie sich bei der Familie des Opfers. „Es tut mir unglaublich leid“, sagte der 17jährige laut Nachrichtenagentur AFP. „Sie haben einen Sohn, Bruder, Freund verloren.“ Es habe sich um einen „schrecklichen Unfall“ gehandelt. Er sei zudem zur Tatzeit betrunken gewesen.

Tödlicher Herzinfarkt

Auch der zweite Afghane bekundete sein Bedauern. Es tue ihm leid. „Ich entschuldige mich bei der Familie.“ Das, was passiert sei, sei nicht beabsichtigt gewesen. Er habe den Verstorbenen „weder geschubst noch geschlagen oder getreten“.

Der 22 Jahre alte Markus B. hatte sich im September in einen Streit zwischen mehreren Afghanen und einer Deutschen eingemischt, um zu schlichten. Dabei war er von zwei Beteiligten attackiert worden und zusammengebrochen. Reanimierungsversuche blieben vergebens, er starb kurz darauf im Krankenhaus. Die Obduktion ergab, daß er einen schweren Herzinfarkt erlitten hatte. Markus B. hatte seit seiner Geburt an einem Herzfehler gelitten. (krk)

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