S-Bahnzug vor dem Bahnhof Ostkreuz Foto: picture alliance/Arne Immanuel Bänsch/dpa
Berlin

Linksextremisten bekennen sich zu Brandanschlag auf S-Bahn

BERLIN. Linksextremisten haben sich zu dem Brandanschlag auf den öffentlichen Nahverkehr der Hauptstadt bekannt. Durch die Attacke auf einen Kabelschacht am frühen Montag morgen war es zu massiven Störungen im S- und Regionalbahnverkehr gekommen. So war beispielsweise eine der Hauptverbindungen des Berliner Südostens unterbrochen.

Als Grund nannten die Linksextremisten die Unterstützung des Klimastreiks und der „Fridays for Future“-Bewegung. „Zu einem richtigen Generalstreik gehören auch Blockaden und feurige Sabotageaktionen“, hieß es in einem auf der linksradikalen Portal Indymedia veröffentlichten Bekennerschreiben.

„Sachen empfinden keine Gewalt“

Und weiter: „Menschen, die nicht pünktlich zur Arbeit, zur Schule, zur Universität kommen, verursachen einen wirtschaftlichen Schaden. Heute haben wir die Reiseverbindung zwischen Flughafen Schönefeld, Berlin, Erkner, Cottbus und Frankfurt (Oder) gekappt. Der Pendelverkehr der Regionalbahn von und zum Flughafen ist dadurch unterbrochen worden. Flugpersonal und Reisende kamen zu spät an. Eine Gefährdung von Menschenleben haben wir ausgeschlossen.“

Verantwortlich für das Schreiben zeichnet eine sogenannte „Vulkangruppe Ok / Friday for Future im Generalstreik“. Die Verfasser fühlen sich als Teil der „Fridays for Future“-Bewegung, wollen diese nach eigenen Angaben aber nicht vereinnahmen. „Wir sind uns bewußt, daß gegen uns gehetzt wird, militante Aktionen seien nicht ‘friedlich’. Wir sind uns bewußt, daß man versuchen wird, zwischen friedlichem den Protest auf der Straße mit 100.000 Menschen am Freitag und Sabotageaktionen den Keil der Distanzierungsaufforderungen zu treiben. Aber: Sachen empfinden keine Gewalt!“ Statt eines Klimawandels brauche es einen Systemwandel.

In Berlin gab es bereits in der Vergangenheit schon mehrere Anschläge auf den S- und Regionalbahnverkehr, zu dem sich linksextreme Gruppen bekannten. Auch diese hatten sich nach verschiedenen Vulkanen benannt. Nach dem jüngsten Anschlag ermittelt nun der Polizeiliche Staatsschutz des Berliner Landeskriminalamts. Die Sicherheitsbehörden warnen schon seit längerem, Linksextremisten könnten versuchen, die Klimaproteste für ihre politischen Ziele zu unterwandern und mißbrauchen. (krk)

S-Bahnzug vor dem Bahnhof Ostkreuz Foto: picture alliance/Arne Immanuel Bänsch/dpa

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