Goethe-Universität Frankfurt

Islam-Kongreß: Studenten verlangen Entlassung von Professorin

FRANKFURT/MAIN. An der Frankfurter Goethe-Universität haben Studenten die Absage einer Konferenz über das Kopftuch im Islam und die Entlassung der verantwortlichen Professorin gefordert. Rechtspopulisten erhielten durch die Veranstaltung der Direktorin des Frankfurter Forschungszentrums globaler Islam, Susanne Schröter, Zuspruch, heißt es in dem anonymen Aufruf.

Die Studenten werfen der Professorin und den Gästen einer Podiumsdiskussion vor, „Menschen aufgrund der unterschiedlichsten gesellschaftlichen Marker, wie Religion, Herkunft, Geschlecht oder Sexualität“ zu diskriminieren. Gerade heute würden Menschen mit Kopftuch in Deutschland Opfer von rechter Gewalt. In den sozialen Netzwerken rief die Gruppe zur Verbreitung ihrer Forderung auf.

Studentenvertretung distanziert sich von Aufruf

Schröter bezeichnete den Aufruf als Versuch der „Einschüchterung“ und Angriff auf die Meinungsfreiheit. „Es gilt schon als islamfeindlich, überhaupt bestimmte Themen anzusprechen“, sagte sie der Welt.

Der Allgemeine Studierendenausschuß der Universität distanzierte sich von der Kampagne. „Hier wird ein Versuch unternommen, die Forschung zu Islamverbänden und islamistischen Vereinen zu kompromittieren“, äußerte eine Sprecherin.

Der Islam-Kritiker Hamed Abdel-Samad lobte Schröter als „eine der fähigsten Experten“ zum Thema politischer Islam. Die Verantwortlichen der Kampagne nannte er „Wissensverweigerer“. Sie seien „intellektuelle Nieten“, die an Unis nichts verloren hätten. „Sie sind eine Gefahr für eine gesunde Debattenkultur, denn sie wollen, daß ihre Ideologie und Gefühle bestimmen, welche Argumente richtig und welche falsch sind!“

Goethe-Universität plant Anti-Rechts-Pranger

Schröter ist Mitbegründerin der „Initiative säkularer Islam“, zu der neben Abdel-Samad auch der Psychologe Ahmad Mansour gehört. Im März 2018 gab Mansour dem Islam eine Mitverantwortung für das zunehmende religiöse Mobbing an Schulen.

Die Goethe-Universität war im Februar in die Kritik geraten, als sie die Einrichtung einer Meldestelle für rechte Studenten angekündigt hatte. Die Initiative dafür ging von der Grünen Hochschulgruppe aus. (ag)

Schülerinnen mit Kopftuch an einer Schule in Duisburg (Symbolbild) Foto: picture alliance/ dpa

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