Altersarmut

Bundesregierung hält Flaschensammler für aufgebauschtes Problem

Sie gehören in Großstädten mittlerweile zum Alltag. Ältere Menschen, die auf Bahnsteigen und an Bushaltestellen in Abfalleimern nach Leergut suchen. Flaschensammler. Zumeist keine klassischen Obdachlosen, sondern Senioren, die versuchen, sich mit dem Pfandgeld etwas hinzuzuverdienen.

Für viele stehen sie symbolisch für das wachsende Problem der Altersarmut. Ein ganzes Leben lang gearbeitet, und am Ende reicht es dennoch nicht für ein menschenwürdiges Auskommen. Die Bundesregierung jedoch hält das Thema Flaschensammler für aufgebauscht, wie sie nun per Facebook bekanntgab.

Ein Nutzer hatte dort beklagt, es sei unwürdig, daß Menschen, die Deutschland jahrzehntelang am Laufen gehalten hätten, nun Flaschen sammeln müßten. Dem widersprach das Social-Media-Team der Bundesregierung energisch. „Niemand muß Pfandflaschen sammeln, um zu leben“, schrieben die Verantwortlichen auf Facebook. „Das Lied von den verarmten Rentnern, die hierzulande angeblich zu Zehntausenden im Müll wühlen, wird auch durch fortwährende Wiederholung nicht richtiger. Überzeugend war es nie. Keiner Rentnergeneration ging je besser als der heutigen.“

Zwar sei Armut im Alter für einige Menschen tatsächlich „eine Herausforderung“, die Gründe aber, warum manche Rentner Grundsicherung benötigten, seien jedoch unterschiedlich. Niemand in Deutschland müsse Flaschen sammeln. „Wer in unserem Land, aus welchen Gründen auch immer, Unterstützung und Hilfe braucht, der erhält diese.“ Anderslautende Behauptungen seien ein „Zerrbild“ der Wirklichkeit.

Flaschensammler in Berlin: kein seltenes Bild Foto: picture alliance/dpa

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