Debatte um Klimawandel und Bevölkerungswachstum

Afrika-Beauftragter verteidigt seine Reaktion auf Tönnies-Aussagen

BERLIN. Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), hat seine Reaktion auf die Aussagen des Schalker Vorstandsvorsitzenden Clemens Tönnies gerechtfertigt. Zugleich betonte er jedoch, die Art wie Tönnies das Verhalten der Afrikaner kritisierte, sei nicht akzeptabel. „Ich lege Wert darauf, daß ich Herrn Tönnies in keiner Weise verteidigt habe, sondern seine Wortwahl als inakzeptabel bezeichnet habe“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Im dem Zusammenhang drückte Nooke sein Bedauern darüber aus, daß der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Charles Huber wegen seiner Aussagen die Partei verlassen habe. Der Politiker mit afrikanischen Wurzeln hatte am Mittwoch auf Facebook seinen Parteiaustritt damit begründet, daß Nooke die „rassistisch motivierte Kommunikation“ von Tönnies relativiert habe.

„Die von Tönnies angesprochenen Probleme wie das Verschwinden des Regenwaldes und das Bevölkerungswachstum auf dem afrikanischen Kontinent sind real und darüber muß gesprochen und gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden“, hatte Nooke auf die Äußerungen des Fußballfunktionärs geäußert. Im vergangenen Oktober war Nooke das Ziel von Rassismusvorwürfen von SPD, Grünen und Linkspartei geworden. Damals vertrat der Christdemokrat die Ansicht, die Kolonialzeit habe den schwarzen Kontinent aus archaischen Strukturen gelöst. Außerdem habe der Kalte Krieg Afrika mehr geschadet als die Kolonialzeit, da in dieser Zeit mehr korrupte Eliten entstanden seien. (ag)

Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), rechtfertigt sich für seine Tönnies-Aussagen Foto: (c) dpa

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