Kindergeldzahlungen an Ausländer

Sinti und Roma: SPD soll sich von Duisburger Bürgermeister distanzieren

DUISBURG. Der Zentralrat der Sinti und Roma hat die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles aufgefordert, sich von dem Duisburger Oberbürgermeister Sören Link (SPD) zu distanzieren. Dessen Aussagen über Sinti und Roma, die zu Unrecht Kindergeld bezögen und die Stadt verschmutzten, seien zutiefst rassistisch, beklagte der Zentralratsvorsitzende Romani Rose in einem Schreiben an Nahles.

Es dürfe nicht sein, daß von der SPD Rassismus gegen Sinti und Roma wieder gesellschaftsfähig gemacht werde, betonte Rose. „Eine Partei mit einer Vielzahl von mir hochgeschätzten Politikern darf derartige rassistische Äußerungen nicht unwidersprochen lassen.“

Zigeuner zögen Ratten an

Neben dem Vorwurf, Schlepper würden gezielt Zigeuner nach Duisburg bringen, wo diese sich nur anmeldeten, um Kindergeld zu beziehen, hatte Link ihnen auch vorgeworfen, durch ihren Lebensstil Ungeziefer anzuziehen. „Ich muß mich hier mit Menschen beschäftigen, die ganze Straßenzüge vermüllen und das Rattenproblem verschärfen“, hatte der Oberbürgermeister der Nachrichtenagentur dpa gesagt.

Dieser Vorwurf sei laut Rose besonders schwerwiegend. „Dies steht in der Tradition der Herstellung von Sündenböcken“ und berge die Gefahr, zu gewaltsamen Übergriffen zu führen.

Duisburger Linkspartei kritisiert OB

Demgegenüber betonte der Zentralratsvorsitzende die Arbeitsleistungen der Sinti und Roma. „Wer in der Saison hier Spargel kauft, der weiß, daß inzwischen die Arbeiter, die den Spargel stechen, meist aus Rumänien oder Bulgarien kommen – und auch hier sind oft viele der Arbeiter Roma, die hier in die Sozialversicherungen einzahlen.“

Kritik an dem Duisburger Oberbürgermeister äußerte auch die Linkspartei der Ruhrgebietsstadt. Deren Fraktionsvorsitzende Martina Ammann-Hilberath sagte der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, Link spalte mit seinen Äußerungen die Stadtgesellschaft. (ag)

In Immobilien wie dieser im Duisburger Stadtteil Rheinhausen werden bis zu hunderten Zigeuner untergebracht Foto: picture alliance/Horst Ossinger

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