Attacke auf Polizisten in Regensburg

Flüchtlingsbehörde lehnte Asylgesuch von Afghanen ab

REGENSBURG. Im Fall des Angriffs auf Polizisten in Regensburg durch zwei Afghanen sind weitere Details bekannt geworden. Gegen den mittlerweile 18 Jahre alten mutmaßlichen Haupttäter liege ein Abschiebebescheid des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge vor, gegen das der zur Tatzeit 17jährige jedoch geklagt hatte, teilte das Bayerische Innenministerium mit. Solange das Verfahren nicht abgelaufen sei, könne er nicht abgeschoben werden.

Der Afghane, der einem Polizisten aus einer Gruppe heraus mehrmals gegen den Kopf getreten hatte, ist dem Regensburger Wochenblatt zufolge in einer Jugendwohngruppe untergebracht. Ein Sprecher des Landratamtes bestätigte der Zeitung, daß der unbegleitete minderjährige Flüchtling „vollstationär“ vom Kreisjugendamt versorgt werde.

Foto zeigt Hauptverdächtigen auf Polizeiauto

Minderjährige müssen ihm zufolge bis Mitternacht in ihren Einrichtungen sein. Betreuer kontrollierten Auffälligkeiten mit Anrufen auf dem Handy. Das Fachpersonal in den Wohngruppen wirke erzieherisch auf die Jugendlichen ein, erläuterte der Sprecher.

Ein Polizeisprecher sagte am Dienstag der JF, daß das Alter des Hauptverdächtigen nach Ermittlungen der Polizei korrekt sei. Nach JF-Informationen ist der Afghane polizeibekannt. Ein Foto zeigt den jungen Mann auf einem Polizeiauto sitzend, das vor den Regensburger Arcaden steht. Wann das Foto aufgenommen wurde, ist nicht bekannt. Der Mann sitzt wegen des versuchten Tötungsdelikts seit Sonntag in Untersuchungshaft.

Verdächtige in zwei weiteren Fällen nicht abgeschoben

Ende vergangener Woche war vor dem Oberlandesgericht Hamburg unterdessen der Prozeß gegen den Palästinenser Ahmad A. gestartet. Er gestand, vor rund einem halben Jahr in einer Edeka-Filiale im Stadtteil Barmbek mit einem Messer wahllos auf Kunden losgegangen zu sein. Ein 50 Jahre alter Mann starb, sechs weitere wurden verletzt. Ihm sei es darauf angekommen, möglichst viele Deutsche christlichen Glaubens töten zu wollen.

Der abgelehnte Asylbewerber hätte bereits abgeschoben werden müssen. Zunächst versäumte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge eine Frist, um den 26jährigen nach Norwegen zurückzuschicken. Dann mißlang die Ausweisung, weil die nötigen Papiere fehlten.

Auch der mutmaßliche Mörder von Schloßherrin Susanne Fontaine im Berliner Tiergarten, Ilyas A., hatte kein Recht in, Deutschland zu sein. Der Tschetschene fiel durch mehrere Straftaten auf und sollte im Dezember 2016 ausgewiesen werden. Doch das passierte nicht. Neun Monate später soll der 18jährige der Staatsanwaltschaft zufolge Fontaine im Tiergarten erwürgt haben. (ls)

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Anmerkung: In einer zuvor veröffentlichten hieß es, die beiden mutmaßlichen Täter seien 17 Jahre alt. Das waren sie zur Tatzeit, mittlerweile haben beide das 18. Lebensjahr erreicht. Zudem teilte das Bayerische Innenministerium am späten Mittwoch abend mit, daß das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge das Asylgesuch des mutmaßlichen Haupttäters zwar abgelehnt habe, der Mann aber dagegen geklagt habe.

Der mutmaßliche Hauptverdächtige auf einem Polizeiauto vor den Arcaden Foto: visiomedia / dpa/ JF-Montage

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